Heizung wird nicht warm: Diese Fehler können Sie selbst beheben!
Im Winter, wenn es draußen kalt ist, will man es drinnen gemütlich haben. Aber was ist, wenn die Heizung nicht warm wird? Wir erklären die häufigsten Ursachen und was Sie selbst tun können, um das Problem zu beheben.

Es ist die Horrorvorstellung im Winter: Man wacht morgens auf oder kommt von der Arbeit nach Hause und die komplette Wohnung ist eisig kalt. Die Thermostate sind alle aufgedreht, doch die Heizung wird einfach nicht richtig warm.
Ob Notfall oder nicht, bei dem aktuellen Handwerkermangel müssen Sie dann teils zwei bis drei Tage im Kalten sitzen. Meist reichen dann ein paar Handgriffe aus und die Heizung läuft wieder. Da fragen sich die meisten zu Recht: Brauche ich dafür wirklich einen Handwerker?
Wenn die Heizung nicht richtig funktioniert, können Sie das Problem in den meisten Fällen tatsächlich selbst lösen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um die Ursache zu finden und zu beheben.
Eine regelmäßige Wartung der Heizung kann viele Probleme bereits beheben, bevor Sie überhaupt auftreten:
Die häufigsten Ursachen: Warum bleibt der Heizkörper kalt?
Wenn Sie merken, dass ein Heizkörper nicht warm wird, sollten Sie zunächst einen Rundgang durch die Wohnung machen und kontrollieren, ob die anderen Heizungen ebenfalls nicht funktionieren. Erst danach können Sie der Ursache auf den Grund gehen. Je nachdem um welches Problem es sich handelt, können Sie dieses sogar selbst beheben. Folgende Ursachen gibt es für einen kalten Heizkörper:
Dieser Artikel ersetzt keine Fachberatung!
Dieser Artikel soll lediglich schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzeigen, wenn die Heizung einmal kalt bleibt. Er ersetzt keine Fachberatung! Vor allem bei komplexen Heizungssystemen sollten Sie sich an einen Fachberieb wenden, wenn Sie sich bei der Behebung des Problems unsicher sind.
Luft im Heizsystem
Das häufigste Problem, welches am einfachsten behoben werden kann, ist Luft im Heizkörper. Hierbei sind meist nur einzelne Heizungen betroffen und der Heizkörper macht gluckernde Geräusche. Das Gluckern entsteht durch die Luftbläschen im Heizkörper, die das Wasser blockieren. Kann das Wasser nicht richtig fließen, verteilt sich die Wärme ungleichmäßig und die Oberseite des Heizkörpers bleibt kalt.
Thermostat oder Ventilstift defekt
Reicht das Entlüften nicht aus, kann auch ein defektes Thermostat die Ursache sein. Das Thermostat ist ein Verschleißteil und kann daher nach etwa 15 Jahren kaputt gehen. Das erkennen Sie daran, dass eine einzelne Heizung entweder gar nicht mehr heiß wird oder sich nicht mehr ausschalten lässt.
Meist ist dann der Ventilstift defekt. Dieser sieht aus wie ein silberner Stab und befindet sich direkt unter dem Thermostat. Normalerweise schaut dieser Stab raus und lässt sich mit dem Finger leicht hereindrücken. Nehmen Sie den Thermostatkopf ab und Sie sehen, dass der Ventilstift klemmt, kann kein Heizwasser in den Heizkörper fließen.
Verstopfte Leitungen, Verschmutzungen im System
Mit der Zeit können durch Korrosion im Rohr Ablagerungen entstehen, die die Leitungen verstopfen. In so einem Fall wird der Durchfluss behindert und der Heizkörper wird gar nicht mehr oder nur noch ungleichmäßig warm, meist bleibt die Unterseite kalt.
Systemdruck der Heizung zu niedrig
Eigentlich sollte der Heizungsdruck zwischen 1,3 bis 1,7 bar liegen. Liegt der Wert darunter, kann die Heizung nicht ihre volle Leistung entfalten. Das führt dazu, dass die Heizungen, die weiter entfernt vom Heizkessel liegen oder in einem Stockwerk oberhalb des Heizkessels, nicht mehr richtig warm werden und gluckernde Geräusche von sich geben.
Defekte Heizungspumpe
Die Heizungspumpe wird auch Umwälzpumpe genannt und führt das heiße Wasser aus dem Heizkessel in die Heizkörper. Ist der Heizkessel warm, aber alle Heizkörper und die Rohre kalt, könnte die Pumpe defekt sein. Aus dem Heizkessel kommt dann kein Wasser an.
Erste Hilfe für Zuhause: Diese Probleme können Sie selbst beheben!
Wie Sie nun erfahren haben, gibt es viele mögliche Ursachen, warum die Heizung nicht warm wird. Viel interessanter ist es aber natürlich, wie Sie es selbst schaffen können, dass die Heizung wieder warm wird. Die gute Nachricht ist, dass versierte Heimwerken das Problem leicht lösen können. Die schlechte Nachricht: Nicht immer ist das so einfach möglich. Manchmal kommt man nicht drumherum, den Vermieter oder einen Fachmann zu kontaktieren.
Schritt-für-Schritt: Heizkörper entlüften
Ist lediglich die Luft im Heizkörper das Problem, können Sie diesen selbst entlüften. Dabei gehen Sie wie folgt vor:
Stellen Sie das Thermostat auf die höchste Stufe.
Stellen Sie ein Gefäß unter dem Entlüftungsventil auf.
Drehen Sie das Ventil mit einem Vierkantschlüssel auf und warten Sie, bis Wasser herausläuft.
Entlüften Sie so lange, bis Sie keine Geräusche mehr aus der Heizung hören.
Schließen Sie das Ventil wieder und stellen Sie das Thermostat auf die gewünschte Temperatur.
Beim Entlüften ist auch unser Video sehr hilfreich:

Klemmendes Thermostatventil prüfen & richtig einstellen
Noch leichter ist es, wenn lediglich der Ventilstift klemmt. Denn dieser lässt sich mit einer Zange lockern. Demontieren Sie dafür das Heizungsthermostat. So gelangen Sie an den silbernen Stift. Meist sind Ablagerungen dafür verantwortlich, dass er klemmt. Reinigen Sie das Ventil daher mit etwas Reiniger und einer kleinen Bürste und lockern Sie ihn dann vorsichtig mit einer Zange.
Lässt sich das Ventil danach immer noch nicht bewegen, muss es ausgetauscht werden.
Druck kontrollieren und Wasser nachfüllen
Der normale Druck der Heizung sollte zwischen 1,0 und 2,0 Bar liegen. Liegt der Druck am Manometer unter diesem Bereich, müssen Sie Wasser nachfüllen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Schalten Sie die Heizung aus und lassen Sie sie abkühlen.
Schließen Sie einen Schlauch an den Stutzen der Heizung und einem Wasserhahn an.
Wasserhahn zuerst öffnen, damit sich keine Luft mehr im Schlauch befindet, dann das Ventil an der Heizung öffnen.
Füllen Sie so lange Wasser nach, bis der Druck am Manometer im normalen Bereich liegt.
Einstellung prüfen
Der Druck stimmt, doch der Heizkörper bleibt dennoch kalt? Dann ist vielleicht die Vorlauftemperatur schuld. Normalerweise heizt die Heizanlage das Wasser auf, bevor es in die Heizung gelangt. Ist die Vorlauftemperatur zu niedrig eingestellt, wird zu kaltes Wasser in die Heizung geführt.
Wenn Sie nach dem Sommer das erste Mal Ihre Heizung anmachen und sie kalt bleibt, kann es auch sein, dass Sie noch im Sommerbetrieb ist. Dann kann sie nicht warm werden.
Schauen Sie am besten in der Betriebsanleitung nach. Die meisten Einstellungen lassen sich eigenständig vornehmen.
Versorgungsproblem
Wenn der Heizkessel und alle Heizkörper nicht warm werden, können Sie die Stromversorgung überprüfen (lassen). Wenn nicht genügend Brennstoff vorhanden ist oder der Strom kurzzeitig abgestellt wird, kann der Heizkörper nicht heiß werden. Heizen Sie mit Öl, kann es sein, dass dieses nachgefüllt werden muss.
In der nachfolgenden Tabelle haben wir sämtliche möglichen Probleme, die Sie selbst lösen können, einmal zusammengefasst:
Problem | Mögliche Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
Einzelner Heizkörper wird ungleichmäßig warm (Oberseite kalt) | Luft im Heizkörper | Heizkörper entlüften |
Einzelner Heizkörper lässt sich nicht mehr ein- oder ausdrehen | Ventilstift klemmt oder defekt | Ventil reinigen, mit Zange lockern |
Mehrere Heizkörper werden nicht warm | Systemdruck zu niedrig | Wasser nachfüllen |
Heizung bleibt komplett kalt | Vorlauftemperatur zu niedrig/Heizung im Sommerbetrieb | Mithilfe der Bedienungsanleitung richtig einstellen |
Heizung bleibt komplett kalt | Keine Stromversorgung/kein Brennstoff | Brennstoff nachfüllen/Elektrik kontrollieren lassen |
Wann sollten Sie den Fachmann rufen?
Haben Sie alles probiert und die Heizung wird dennoch nicht warm, ist es an der Zeit, einen Fachmann zu rufen oder als Mieter den Vermieter zu kontaktieren. Das ist in folgenden Fällen sinnvoll:
Umwälzpumpe defekt: Ist die Pumpe defekt oder falsch eingestellt, muss ein Fachmann ran, um sie zu warten, reparieren oder im Zweifel auszutauschen.
Hydraulischer Abgleich: Haben Sie größere Veränderungen am Heizsystem vorgenommen – neue Heizkörper, zusätzliche Heizkörper etc. – muss ein hydraulischer Abgleich durch einen Fachbetrieb vorgenommen werden. Hierbei werden Ventile und Pumpen exakt so eingestellt, dass jeder Heizkörper die genau richtige Menge an Heizwasser abbekommt, die für die effiziente Beheizung des Raums notwendig ist.
Fehlermeldung: Zeigt die Heizung eine Fehlermeldung an, die Ihnen nicht bekannt vorkommt, rufen Sie immer einen Fachmann.
Undichte Rohre: Verliert die Heizung deutlich an Wasser oder ist ein Leck sogar sichtbar, muss immer der Fachmann gerufen werden.
Komplexe Einstellungen: Ist etwas komplexeres an den Einstellungen verstellt, sollte ein Fachmann dies regeln. Die Einstellungen der Heizkurve oder von bestimmten Automatisierungen bekommt man als Laie meist schlecht hin.
Weitere häufige Fragen und Antworten zum Thema „kalte Heizkörper“ haben wir hier zusammengefasst:
Warum wird die Heizung im Sommer nicht warm?
Im Sommer ist es auch in Deutschland meistens so warm, dass man die Heizung nicht anschalten muss. Wenn Sie es aber dennoch schon einmal probiert haben, werden Sie festgestellt haben, dass die Heizung nicht warm wird. Warum ist das so?
Im Sommer befinden sich die Heizkörper im Sommerbetrieb. Das heißt, dass nur so viel Warmwasser produziert wird, wie Bedarf besteht. Heizungswasser muss in den warmen Monaten nicht produziert werden. Daher wird dafür auch keine Energie verwendet. Diese wird somit lediglich nur für das warme Wasser zum Duschen und Co. erwärmt.
Wie oft sollte die Heizung entlüftet werden?
Bei den meisten Heizungsanlagen reicht es aus, sie einmal im Herbst vor Beginn der Heizperiode zu entlüften. Ist eine Entlüftung häufiger nötig, sollten Sie eher über einen Austausch der Heizkörper nachdenken.
Auch nachdem Sie Heizwasser nachfüllen, sollten Sie danach immer die Heizkörper entlüften.
Der Druck in der Heizung fällt ständig ab – was sollte ich tun?
Paradoxerweise kann häufiges Entlüften der Heizung zu einem Druckabfall führen, da beim Entlüften auch Wasser entweichen kann. In diesem Fall hilft es sofort, wenn Sie die Heizung einfach nicht so häufig entlüften.
Bleibt das Problem bestehen, muss ein Fachmann gerufen werden, denn dann ist entweder ein Sicherheitsventil, ein Ausdehnungsgefäß oder ein Rohr defekt.
Kalte Heizung vorbeugen
Damit Sie überhaupt gar nicht erst den möglichen Grund finden und beheben müssen, sollten Sie eine regelmäßige Wartung durchführen lassen. Am besten machen Sie das jedes Jahr im Sommer, noch bevor die Heizperiode beginnt. Der Heizungstechniker überprüft dabei, ob ein Verschleiß vorliegt oder ob Teile ausgetauscht werden müssen. Außerdem kontrolliert er auch den Wasserdruck und entlüftet den Heizkörper. Da Staub und Schmutz die Rohre verstopfen können, werden auch diese Ablagerungen entfernt.
Auch eine dicke Staubschicht auf der Heizung oder zwischen den Lamellen kann die Heizleistung vermindern. Befreien Sie diese regelmäßig von Staub.
Hier sind die wichtigsten Tipps zur Reinigung Ihrer Heizkörper:

Mietrecht & Pflichten während der Heizperiode
Als Mieter hat man natürlich das Recht auf eine funktionsfähige Heizung im Winter, aber was heißt das genau? Wie kalt darf es in der Wohnung werden und ab wann muss die Heizung heizen?
Wann beginnt und endet die Heizperiode?
Die Heizperiode, also die Zeit, in der die Heizung eingeschaltet werden kann, ist im Mietrecht nicht auf den Tag genau geregelt. Das hat natürlich seinen Sinn, schließlich kann eine Kältewelle auch einmal früher oder später im Jahr hereinbrechen. Ganz grundsätzlich können Sie sich aber an den Daten 01. Oktober bis 30. April orientieren. In diesem Zeitraum muss der Vermieter es möglich machen, dass Sie die Heizung einschalten können. In einigen Regionen haben Gerichte gesetzlich festgelegt, dass der Zeitpunkt noch länger geht. Informieren Sie sich hierüber immer regional.
Wie hoch muss die Raumtemperatur sein?
Entscheidender als der genaue Zeitraum der Heizsaison ist die Temperatur in den gemieteten Wohnräumen. Sie muss tagsüber mindestens 20 bis 22 °C betragen und nachts mindestens 18 °C. Dies gilt unabhängig vom Datum. Wird es Ende Mai noch einmal kalt und die Temperaturen fallen in der Wohnung an mehreren Tagen auf unter 18 °C, muss die Heizung ebenfalls aufgedreht werden können.
Welche Rechte habe ich, wenn die Heizung nicht funktioniert?
Verletzt der Vermieter seine Heizpflicht, sollten Sie natürlich erst einmal mit ihm reden und ihm genügend Zeit geben, den Mangel zu beseitigen. Geschieht dies nicht innerhalb von wenigen Tagen, insbesondere bei sehr kalten Temperaturen, ist das jedoch ein guter Grund für eine Mietminderung. Da das Mietrecht jedoch komplex ist, sollten Sie diese nicht selbstständig umsetzen, sondern sich an einen örtlichen Mieterschutzbund oder Anwalt wenden.
Das könnte Sie auch interessieren ...













