Hauswand abdichten: Schritt für Schritt zur effektiven Bitumenabdichtung
Feuchte Kellerwände weisen auf Schäden in der äußeren Wandabdichtung hin. Wollen Sie die Hauswand abdichten, stehen Ihnen verschiedene Materialien zur Verfügung – vielfach bewährt haben sich Dichtmittel auf Basis von Bitumen! Wir zeigen, wie Sie mit Bitumenabdichtung die Außenwand abdichten.
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Feuchtigkeit an der Hauswand – das klingt zunächst harmlos. Wer schon einmal nasse Flecken an der Wand oder schimmelverdächtigen, muffigen Geruch im Keller entdeckt hat, weiß aber, wie heimtückisch Wasser sein kann. Es dringt langsam ein, lässt Putz abplatzen, sorgt für Salzausblühungen, schädigt die Bausubstanz – und fordert schließlich teure Sanierungsarbeiten.
Der Trick ist, Feuchtigkeit gar nicht erst eine Chance zu geben, ins Mauerwerk einzudringen! Wie? Die Antwort ist simpel und bewährt: mit einer ausgeklügelten Abdichtung der Außenwand – am besten mit Bitumen. Wie die Bitumenabdichtung der Hauswand funktioniert, welche Fehler zu vermeiden sind und wann Alternativen besser passen, lesen Sie in diesem umfassenden Praxisratgeber.
Warum die Außenwandabdichtung mit Bitumen besonders effektiv ist
Hauswände stehen Tag für Tag unter Beschuss: Regen trommelt auf den Putz, Spritzwasser schlägt von unten hoch, und im Winter dringt gefrorene Nässe noch tiefer in die Poren. Nicht zu vergessen die Feuchtigkeit aus dem Erdreich – sie wandert oft kapillar durch das Mauerwerk bis ins Wohnzimmer.
Hier kommt Bitumen ins Spiel. Der aus Erdöl gewonnene Baustoff (umgangssprachlich auch Dachpappe oder Teer genannt – was technisch aber nicht stimmt!) ist seit Jahrzehnten eine Art „Regenschirm“ für die Außenwand. Hier die überzeugendsten Argumente, warum so viele Profis und begeisterte Heimwerker zur Bitumenabdichtung für außen greifen:
Wasserabweisend und dicht: Bitumen stoppt zuverlässig Wasser – sowohl von außen als auch bei Bodenkontakt.
Flexibel & rissüberbrückend: Bewegungen im Mauerwerk oder kleine Setzrisse machen Bitumen nichts aus.
Langlebig: Richtig verarbeitet, hält Bitumen Jahrzehnte – wartungsarm und sicher.
Reparaturfähig: Bitumen lässt sich punktuell ausbessern – Schadstelle reinigen, trocknen und neue Schicht auftragen.
Preis-Leistungs-Sieger: Im Vergleich zu vielen anderen Abdichtungsarten ist Bitumen bezahlbar, vielseitig und unkompliziert zu verarbeiten.
Wo macht Bitumen als Außenwandabdichtung nun am meisten Sinn? Insbesondere bei erdberührten Wänden (also z. B. am Sockel, an Kellerwänden oder in Teilbereichen) ist der wasserfeste Schutz Gold wert. Auch bei nachträglichen Sanierungen im Altbau spielt der Baustoff seine Stärken aus, wenn der Originalschutz versagt hat.
Alternative Abdichtungsmöglichkeiten
Natürlich gibt es auch andere Schadensbilder, bei denen sich andere Materialien als Bitumen zur Bauwerksabdichtung anbieten. Wir geben hier einen kurzen Überblick:
Gut geeignet für Kellerwände innen und außen, wenn ein mineralischer Feuchtetransport (von unten) vorherrscht und ein steifer Schutz gefordert ist. Kann auf Beton, Ziegel und Naturstein verwendet werden.
Bei salzhaltigen Altbauwänden zur Entfeuchtung und Salzbindung – meist immer kombiniert mit zusätzlicher Wandabdichtung.
Sinnvoll, wenn Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigt. In Altbauten kommt meist das Injektionsverfahren zum Einsatz. Hierfür gibt es spezielle Systeme auf Silikatbasis.
Der Standard zur Abdichtung der erdberührten Bauteile: Die Kellerwände werden durch die Kombination verschiedener Baustoffe (Dichtschlämmen, Bitumen-Beschichtungen, Folien und Dämmplatten) gegen versickerndes Wasser geschützt.
Voraussetzungen und Vorbereitung einer Bitumenabdichtung
Bevor Sie abdichten, betreiben Sie Ursachenforschung: Eine undichte Regentonne oder ein undichtes Fallrohr belasten selbst ein gut abgedichtetes Grundmauerwerk.
Nasse Flecken oder Verfärbungen im unteren Wandbereich, insbesondere nach Regen
Abblätternder Putz und Salzausblühungen auf der Wand
Muffiger Geruch und sichtbare Schimmelsporen an der Kellerwand
Doch nicht jede feuchte Stelle an der Hauswand muss von außen abgedichtet werden! Feuchtigkeitsquellen können auch aus dem Inneren kommen (undichte Wasserleitungen, aufsteigende Feuchte wegen fehlender Horizontalsperre, falsches Lüften). Prüfen Sie daher zunächst genau, woher die Feuchtigkeit stammt. Schäden dieser Art müssen erst repariert werden, ehe Sie die Hauswand von außen mit Bitumen abdichten!
Anschließend gilt es, den Untergrund perfekt vorzubereiten, um eine langlebige Bitumenabdichtung auftragen zu können:
Säubern: Alte Farbanstriche, lose Putzreste und Verschmutzungen müssen entfernt werden.
Reparieren: Große Risse oder Ausbrüche im Mauerwerk verfüllen.
Trocknen: Eine trockene Oberfläche ist ein Muss – sonst drohen Blasen oder schlechte Haftung der Bitumenschicht.
Bevor es losgeht, brauchen Sie das richtige Material und Werkzeug. Hier ein Überblick – mit Kostenübersicht für Ihre DIY-Planung:
Material | Zweck | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
Grundierung | als Haftvermittler | 1-2 €/qm |
Bitumendickbeschichtung | Hauptabdichtung | 5-8 €/qm |
Bitumenbahn | Verstärkung der Abdichtung | 3-5 €/qm |
Noppenbahn | zusätzlicher mechanischer Schutz | 1-4 €/qm |
Perimeterdämmung | als nachträgliche Wärmedämmung | 5-12 €/qm |
So kommen für eine Kellerwand (20 qm) Eigenleistung ohne Dämmung ca. 300–400 € in Materialkosten auf Sie zu. Eine Fachfirma berechnet mit Arbeitsleistung meist zwischen 1.200 und 2.000 € für vergleichbare Arbeiten – abhängig von Wand, Umfang und Region.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Außenwand mit Bitumen abdichten
Die Bildergalerie zeigt Schritt für Schritt, welche Arbeitsschritte bei der Abdichtung der Außenwand mit Bitumen auszuführen sind. Im Anschluss finden Sie die typischen Arbeiten noch einmal in ihrer Abfolge im Detail erklärt – sodass keine Fragen zur fachgerechten Bitumenabdichtung der Außenwand mehr offen sind!
Spaten zum Ausheben der Baugrube, ggf. lohnt die (tageweise) Miete eines Mini-Baggers
Maurerquast oder Malerrolle – für Voranstrich und Dickbeschichtung
Glätter oder Spachtel – zum Auftrag der Bitumenschicht
Kelle/runde Maurerkelle – für Ränder und Details
Scharfe Klinge/Schere für Bitumenbahnen
Messlatte, Zollstock, Handfeger, Drahtbürste, Eimer, Mischstab, ...
Tipp für Einsteiger: Bitumen kleckert und haftet überall. Legen Sie Malervlies oder eine Plane aus und tragen Sie alte Arbeitskleidung!
Systemschnitt durch eine Kellerwandabdichtung mit Bitumen
Bitumen dient schon lange zur Kellerabdichtung. Anfangs folgte zum Schutz des Anstrichs Bitumenwellpappe, heute setzt man verrottungsfreie, chemikalienbeständige Schutzbahnen aus Kunststoff ein, die über Noppen verfügen und damit eine hohe Druckstabilität gewährleisten. So kann eine Mindestabdichtung des Grundmauerwerks aussehen:

Kellermauerwerk (A)
Abdichtung (B)
Noppenbahn (C)
Befestigungspunkte (D)
Abdeckprofil (E)
Kies/Sand (lehmfrei, F)
Wichtig: Die Noppenbahn muss oberhalb der Abdichtung an der Wand montiert werden! Verkleben Sie Perimeterdämmplatten, erfolgt das auf der Dickbeschichtung vor der Verlegung der Noppenbahn.
Typischer Ablauf: Mit Bitumen Außenwand abdichten
1. Vorbereitungen – Freilegen, Reinigen, Trocknen
Zuerst muss die Außenwand im Erdreich freigelegt werden (ca. 30–50 cm tiefer als das spätere Bodenniveau). Achten Sie auf Sicherheit beim Graben – Erdarbeiten können gefährlich werden! Entfernen Sie Erde, Steine, alte Abdichtungsreste und reinigen Sie das Mauerwerk gründlich.
2. Grundierung auftragen
Nachdem der Untergrund sauber und trocken ist, tragen Sie mit einem großen Pinsel oder Roller eine bitumenhaltige Grundierung auf. Die Grundierung ist flüssig und dringt in Poren und feine Risse ein – sie schafft die Basis für die eigentliche Abdichtung. Trocknen lassen (Herstellerangaben beachten, meist 2–4 Stunden).
3. Bitumendickbeschichtung richtig verarbeiten
Bitumendickbeschichtung trägt man in mindestens zwei Schichten auf. Jede Schicht muss die Wand komplett abdecken, Ecken, Kanten und Übergänge werden besonders sorgfältig bearbeitet (dort entstehen oft Schwachstellen!).
Erstes Mal dick (ca. 3 mm), dann voll durchtrocknen lassen.
Zweite Schicht in Querrichtung aufgetragen, nochmals trocknen lassen (meist 12–24 Stunden, Herstellerhinweis beachten).
Wichtig: Die gesamte Abdichtung muss nach der letzten Schicht mindestens 4 mm stark sein.
4. Optional: Bitumenbahnen aufbringen zur Verstärkung
An besonders beanspruchten Stellen (Übergänge, Fundamentbereich, Ecken) lohnt es sich, zusätzlich selbstklebende Bitumenbahnen einzubauen. Damit erhöhen Sie die Sicherheit gegen eindringende Feuchtigkeit noch einmal erheblich. Bahnen auf Stoß oder mit Überlappung aufbringen, sorgfältig mit einer Andrückrolle andrücken.
Macht man sich die Arbeit, die Bitumenabdichtung zu erneuern oder überhaupt erst anzulegen, lohnt es sich im Sinne der Haltbarkeit der neuen Bauwerksabdichtung, nicht nur die billigste Ausführung umzusetzten: So verhindern z. B. Noppenbahnen mit spezieller Gleitfolie mögliche Punktbelastungen der aufgetragenen Bitumenabdichtung und ein Filtervlies das Zuschlämmen der Noppenkanäle. Und wer seinen Keller oft nutzt, sollte über eine zusätzliche Perimeterdämmung nachdenken. Denn das Ausheben des umlaufenden Grabens ist sehr mühselig und sollte dauerhaft von Erfolg gekrönt sein, oder nicht?!
5. Schutzschicht und Wärmedämmung anbringen (Noppenbahn, Perimeterdämmung)
Die Bitumenbeschichtung ist gegenüber mechanischen Belastungen (Steine, Schaufel, Erdreich) empfindlich. Deshalb muss vor dem Wiederverfüllen der Baugrube eine Schutzschicht (z. B. Noppenbahn) lückenlos vor die Bitumenschicht.
Tipp: Möchten Sie die freigelegten Kellerwände gleichzeitig dämmen, ist der ideale Zeitpunkt für Perimeterdämmplatten aus extrudiertem Polystyrol (XPS). Diese werden ins frische Bitumenbett gesetzt oder mit geeigneten Klebemitteln angebracht.
6. Wiederverfüllen der Baugrube, Abschlussarbeiten
Jetzt können Sie die Baugrube mit Aushubmaterial wieder auffüllen – idealerweise etwas Kies/Splitt am Wandfuß für besseren Wasserabfluss. Verdichten Sie vorsichtig, um die Abdichtung nicht zu beschädigen.
Warum gehen viele Abdichtungen schief? Erfahrungsgemäß sind es immer die gleichen Stolperfallen:
Zu dünn/zu dick aufgetragen: Schichten unter 4 mm dicke bieten keinen Schutz – zu dicke Schichten trocknen nicht richtig.
Falsches Wetter: Niedrige Temperaturen, Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit verhindern eine zuverlässige Haftung. Im Frühjahr/Sommer arbeiten!
Schlechte Untergrundvorbereitung: Was nicht sauber gereinigt oder getrocknet ist, lässt Wasser durch – und das Bitumen blättert ab.
Fehlende Schutzschicht: Wer direkt Erde auf die Bitumenschicht kippt, riskiert Beschädigungen schon beim Verfüllen.
Anschlussdetails vergessen: Übergänge zu Türen, Fenstern, anderen Bauteilen müssen sorgfältig abgedichtet werden – sonst finden Wasser und Frost schnell ihren Weg.
Tipp: Manchmal ist das Abdichten von außen nicht möglich. Dann können Sie den Keller auch von innen abdichten. Wie genau, sehen Sie im Video:

FAQ rund um die Bitumen-Außenwandabdichtung
Kann man Bitumen auf allen Untergründen verwenden?
Nein – Bitumen braucht mineralische, saubere, trockene Flächen. Nicht geeignet ist es auf Holz, Gips oder Fettfilmen.
Wie lange hält eine Bitumenabdichtung?
Bei fachgerechter Verarbeitung 20 bis 40 Jahre. Regelmäßige Sichtkontrolle verlängert die Lebensdauer.
Muss der alte Putz entfernt werden?
Ja, lose und alte Putz- oder Farbschichten sollten entfernt werden, damit die Bitumenmasse direkt mit dem Mauerwerk verbindet.
Funktioniert die Abdichtung auch bei Minusgraden?
Nein, die Verarbeitungstemperatur der meisten Bitumenprodukte liegt bei +5 bis +30 Grad. Im Winter ist Abdichten tabu.
Offenporige vs. geschlossene Systeme – was ist zu beachten?
Bitumen ist ein geschlossenes, dampfdichtes System. Feuchte innen sollte also nicht eingeschlossen werden.
Fazit: Bitumen als solide Lösung gegen Feuchteschäden
Die Außenwandabdichtung mit Bitumen ist und bleibt eine der zuverlässigsten Methoden, Ihr Haus gegen Feuchtigkeit, Frost und weitere Umwelteinflüsse zu schützen. Wer sauber vorbereitet, die richtigen Produkte verwendet und Anschlussdetails beachtet, darf sich auf Jahrzehnte dauerhaften Schutz verlassen – und spart am Ende viel Geld, Stress und vor allem: Ärger mit nassen Wänden! Für viele typische Einfamilienhäuser ist Bitumen nicht nur die wirtschaftlichste, sondern meist auch die langlebigste Option.
Selbermachen? Kein Problem, wenn Sie sorgfältig, geduldig und aufmerksam arbeiten. Bei großen Schäden oder Unsicherheit lieber den Fachmann hinzuziehen. Bei der Auswahl der Produkte achten Sie auf Qualität – und: Lassen Sie sich vor Ort beraten, falls das Schadensbild unklar ist.
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