Rasenerde: So verbessern Sie die Qualität Ihres Rasens nachhaltig
Ein gepflegter Rasen ist der ganze Stolz vieler Gartenbesitzer, doch Hitze und Kälte können der Rasenfläche stark zusetzen. Rasenerde ist dann eine mögliche Lösung zur Regeneration des Rasens. Aber was macht diese Spezialerde so besonders und wie setzt man sie ein? Wir erklären die Vorteile von Rasenerde und wie Sie diese optimal einsetzen.
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Was ist Rasenerde?
Rasenerde ist eine Spezialerde, die optimal auf die Bedürfnisse von Rasenkeimlingen abgestimmt ist. Sie eignet sich besonders gut für die Regeneration und Neuanlage von Rasenflächen sowie den Ausgleich von Unebenheiten.
Im Unterschied zu normaler Gartenerde ist Rasenerde besonders durchlässig und bietet die ideale Nährstoffversorgung und Drainage für Rasengräser. Die Erde verfügt über einen perfekten pH-Wert (6,0 bis 7,0) für Rasensamen.
Rasenerde ist häufig zusammengesetzt aus:
Kompost/Humus: Organische Nährstoffe
Sand: Belüftung und Drainage
Torf: Wasserspeicherung
Kalk/Dünger: ph-Wert-Regulierung und Wachstumsboost
Diese Kombination fördert die Keimung der Samen, schützt vor einer Verdichtung des Rasens und regt die Aktivität von Mikroorganismen an.

Torffreie Rasenerde: Nachhaltige Alternative
Torf ist zwar gut für den Rasen, aber der Torfabbau schlecht für Umwelt und Klima. Im Handel ist daher torffreie Rasenerde erhältlich, die allerdings weniger Wasser speichert als torfhaltige Erde. Sie müssen den Rasen entsprechend häufiger gießen.
Wann ist Rasenerde sinnvoll?
Wenn Ihr Rasen den Sommer oder Winter nicht unbeschadet überstanden hat, können Sie entweder den kompletten Rasen neu anlegen oder nur einzelne kahle Stellen nachsäen. In beiden Fällen kommt Rasenerde zum Einsatz, da dieser durch seine Struktur und Nährstoffzusammensetzung viele Vorteile gegenüber normalem Mutterboden bietet:
Gute Nährstoffversorgung: Eine hohe Konzentration an essenziellen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, um die Pflanzen zu versorgen und die Mikroorganismen anzuregen
Gute Drainage: Die Erde ist wasserdurchlässig, um Staunässe und damit Wurzelfäule zu vermeiden.
Optimaler pH-Wert: Sie hat den bei Rasenpflanzen bevorzugten leicht sauren bis neutralen pH-Wert (zwischen 6,0 und 7,0).
Gute Bodenstruktur: Lockerer, krümeliger Boden ermöglicht eine gute Sauerstoffzufuhr für die Wurzeln und erleichtert ihr Wachstum.
Doch nicht nur bei der Neuanlage und Nachsaat kommt Rasenerde zum Einsatz, auch zur Verbesserung der Bodenstruktur und zum Ausgleich von Unebenheiten im Rasen ist Rasenerde die beste Wahl:
Situation | Wann sinnvoll? | Warum sinnvoll? |
|---|---|---|
Neuanlage | Bei großen und/oder stark beanspruchten Flächen | Perfekt abgestimmte Nährstoffe und Feuchtigkeitsspeicherung fördern schnelle Keimung, dünne Schicht Erde bietet Vogelschutz |
Nachsaat | Kahle Stellen | Dünne Schicht über der Saat speichert Feuchtigkeit und schützt vor Vögeln |
Schlechter Boden | Verdichteter Boden, lehmig, nährstoffarm | Verbessert Belüftung und Drainage, korrigiert pH-Wert |
Unebenheiten | Mulden, Frostschäden | Ausgleich, stabilisiert |
Welche Rasenerde ist die richtige?
Wenn Sie eine neue Rasenfläche anlegen oder Ihren Rasen nachsäen, benötigen Sie einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Doch kann man für den Rasen nicht einfache Blumenerde benutzen? Muss es spezielle Rasenerde sein? Natürlich können Sie für Ihren Rasen die vorhandene Gartenerde nutzen, doch diese ist meist schwer, lehmhaltig und verfügt nicht über die nötigen Nährstoffe. Rasenerde ist hingegen gezielt auf die Bedürfnisse von Rasengräsern abgestimmt und bietet so die optimalen Eigenschaften.
Auf dem Markt finden Sie viele verschiedene Erden für den Rasen. Und die Preise gehen dabei teilweise weit auseinander. Woher soll man da wissen, welche Erde optimal ist? Gute Rasenerde erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
Zusammensetzung: Die Mischung sollte aus mindestens 50% Sand, 35% Kompost oder Humus und 15% Kalk oder Dünger bestehen.
pH-Wert: 6,0-7,0
Struktur: Locker, krümelig, wasserdurchlässig
Unkrautfrei: Gesiebt und rein
Wenig Torf: Torffreie Produkte sind umweltschonend, doch auch Produkte mit Torf sollten als „torfreduziert“ ausgeschrieben sein und maximal 40% Torf enthalten.
Rasenerde richtig anwenden: Schritt für Schritt
Für Arbeiten am Rasen wählen Sie am besten das Frühjahr oder den Herbst, von März bis Mai oder September bis Oktober. Zu diesem Zeitpunkt herrscht weder Bodenfrost noch starke Hitze, sodass sich der Rasen optimal erholen kann. Wie Sie die Rasenerde richtig anwenden, erklären wir Ihnen hier Schritt für Schritt:
Boden vorbereiten: Handelt es sich lediglich um eine Nachsaat, mähen Sie den Rasen kurz und vertikutieren Sie ihn dann kreuzweise. Wird der Rasen komplett neu angelegt, stellen Sie sicher, dass sämtliche Steine, Wurzeln und Unkraut komplett entfernt sind.
Rasenerde auftragen und verteilen: Die Rasenerde zunächst grob mit einer Schaufel streuen und dann mit der Rückseite eines Rechens gleichmäßig verteilen.
Düngen und nachsäen: Dünger streuen und dann die Samen ausbringen. Haken Sie die Samen kreuzweise ein, sodass sie von einer dünnen Schicht aus Rasenerde bedeckt werden.
Walzen: Anschließend werden die Rasensamen gewalzt. Das führt dazu, dass sie fest ins Erdreich gedrückt werden und Feuchtigkeit besser aufnehmen können.
Wässern und pflegen: Der neu angelegte oder nachgesäte Rasen muss nun zwei bis drei Wochen feucht gehalten werden. Ist der Rasen fünf bis zehn Zentimeter gewachsen, kann er das erste Mal gemäht werden.
Wie viel Rasenerde benötige ich?
Wenn man eine große Fläche mit Rasen bepflanzen möchte, benötigt man natürlich mehr Erde als für kleine Flächen. Es gibt aber eine Faustformel, mit der Sie ganz grob einschätzen können, wie viel Erde Sie brauchen: Rechnen Sie mit mind. 10 l Rasensubstrat pro Quadratmeter Fläche.
Der genauere Bedarf errechnet sich aus Länge x Breite der Rasenfläche x Dicke der Substratschicht. Letztere kommt darauf an, ob es sich um eine Neuanlage oder eine Nachsaat handelt. Für eine Nachsaat reichen 0,5 bis 1,5 cm. Für eine Neuanlage sollten es 5 bis 10 cm sein. Je besser der Untergrund und je weniger strapaziert das Gras später wird, desto weniger ist notwendig.
Ein praktisches Beispiel: Ist Ihre Fläche 10 × 15 Meter groß und Sie wollen eine 5 cm dicke Schicht aufbringen, benötigen Sie 10 m × 15 m × 0,05 m = 7,5 m3 = 7500 l. Viele Säcke haben ein Volumen von 40 bis 45 l, das sind also 167 bis 188 Säcke. Mit einem Puffer von 5% sind Sie auf der sicheren Seite.
Rasenerde kaufen oder selbst mischen?
Am einfachsten ist es natürlich, die Rasenerde selber zu kaufen. Dafür haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können die Erde direkt vor Ort im Gartencenter oder Baumarkt, online bei verschiedenen Shops oder auch direkt beim Hersteller von Rasenerde kaufen.
Praktisch: Wenn Sie die Erde online bestellen, wird sie zu Ihnen nach Hause geliefert und Sie sparen sich den Transport und einiges Schleppen. Wenn Sie ein größeres Projekt angehen wollen, erfolgt die Lieferung auch ganz praktisch auf Palette.
Natürlich können Sie die Rasenerde aber auch selber mischen. Dafür benötigen Sie lediglich Kompost, Humus und Sand. Die Bestandteile finden Sie alle im Gartencenter. Wer einen eigenen Kompost besitzt, kann auch diesen verwenden. Als Sand kann Quarzsand verwendet werden. Haben Sie alle Substrate beisammen, können Sie diese mit dem jeweiligen Anteil (50% Sand, 35% Kompost oder Humus und 15% Kalk oder Dünger) in einem großen Eimer gut vermischen. Und schon ist die hochwertige Spezialerde fertig.
Kann man normale Erde verwenden?
Normale Erde ist vielseitig einsetzbar, aber oft zu schwer, nährstoffreich oder ungleichmäßig für Rasensaat. Rasenerde ist speziell gemischt – locker, durchlässig und nährstoffarm genug, damit Gras optimal keimen und wurzeln kann. Für schöne, dichte Rasenflächen ist sie die bessere Wahl.
Kann man Rasenerde auf bestehenden Rasen streuen?
Sie können Rasenerde dünn auf den vorhandenen Rasen streuen – das nennt man „Topdressing“. Es verbessert den Boden, gleicht Unebenheiten aus und fördert das Wurzelwachstum. Am besten danach leicht einharken und ggf. nachsäen.
Wie bekomme ich Unebenheiten im Rasen weg?
Unebenheiten im Rasen können Sie mit einer Mischung aus Rasenerde und Sand ausgleichen. Die Mischung wird dünn auf die betroffenen Stellen verteilt und mit einem Rechen eingeebnet. Bei tieferen Löchern sollte vorher etwas Erde eingefüllt und eventuell nachgesät werden.
Muss man nach dem Auftragen der Rasenerde düngen?
Nicht unbedingt. In guter Rasenerde ist bereits Dünger und Kompost enthalten. Bei einer Neusaat kann es jedoch für die Samen hilfreich sein, noch einen Starterdünger mit einzuarbeiten.
Wie lange mus man die Erde feucht halten?
Bei einer Neusaat sollte der Rasen vier Wochen lang 2 bis 3 Mal täglich leicht gewässert werden. Es dürfen sich keine Pfützen bilden, aber die obersten Zentimeter sollten durchgehend feucht sein. Beim Nachsäen reicht es, den Rasen gut zwei Wochen lang konstant feucht zu halten.
Im Anschluss an die vier bzw. zwei Wochen, sollten Sie einmal täglich besonders durchdringend wässern, damit sich die Wurzeln gut in die Tiefe ausbreiten können.
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