Mechanisch und chemisch

Pflastersteine reinigen: Tipps für eine gründliche Pflege

Pflastersteine sind ein einfacher Weg, um Einfahrten, Gartenwege oder Terrassen anzulegen. Doch mit der Zeit sammeln sich Schmutz, Moos und Algen auf den Steinen an, Unkraut wuchert in den Fugen und schmieriger Grünbelag wird bei Nässe zur Gefahrenquelle. Glücklicherweise gibt es effektive Methoden, Pflastersteine zu reinigen, sodass sie schnell wieder wie neu aussehen.

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Video: Glutamat

Nicht nur die Pflanzen im Garten oder Ihre Gartenmöbel brauchen Pflege, auch auf Terrasse, Gartenwegen oder in der Einfahrt vor der Garage können Ihre Pflastersteine eine Reinigung gebrauchen. Nachdem sie im Herbst und Winter schutzlos den Elementen ausgesetzt waren, haben sich Grünbelag und Unkräuter breit gemacht.

Einmal jährlich – am besten zu Beginn der Gartensaison im Frühjahr – sollten Sie sich die Mühe machen und die Pflastersteine reinigen, denn dann haben starke Verschmutzungen und Unkraut erst gar keine Chance sich auszubreiten und die Reinigung fällt wesentlich leichter.

Vorarbeiten für die Pflasterreinigung

Bevor Sie mit der eigentlichen Reinigung der Pflastersteine beginnen, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend.

  • Groben Schmutz entfernen: Räumen Sie die gesamte Fläche frei und kehren Sie sie sorgfältig ab, um Laub, Erde und anderen losen Schmutz zu beseitigen. Ein stabiler Besen oder eine Kehrmaschine leisten hierbei gute Dienste.

  • Fugen von Unkraut befreien: Unkraut in den Fugen kann nicht nur das Erscheinungsbild stören, sondern auch die Stabilität der Pflastersteine beeinträchtigen. Entfernen Sie das Unkraut mit einem Fugenkratzer oder einer schmalen Drahtbürste, leichter geht es mit einem Unkrautbrenner oder der Weedbrush.

Welche Mittel im Kampf gegen Grünbelag und Fugenunkäuter erlaubt sind

Meistens hilft einem heute der Hochdruckreiniger bei der Pflasterreinigung. Sein Wasserstrahl ist kraftvoll genug, um Unkraut aus den Fugen zu spülen. Das ist gut, denn der Einsatz von Unkrautvernichtern ist auf versiegelten Flächen gesetzlich verboten, da sie ins Grundwasser gelangen können.

Tipp: Bei stark bewachsenen Fugen spülen Sie in einem ersten Arbeitsgang das Unkraut mit einem harten, konzentrierten Strahl aus den Fugen. Kehren Sie die Reste von der Fläche ab, ehe Sie in einem zweiten Durchgang das Pflaster reinigen.

Mit dem kräftigen Wasserstrahl des Hochdruckreinigers entfernen Sie gründlich Grünbelag und Fugenunkräuter von Pflasterflächen
Mit dem kräftigen Wasserstrahl des Hochdruckreinigers entfernen Sie gründlich Grünbelag und Fugenunkräuter von Pflasterflächen. Foto: sidm / CK
  • Werkzeug & Reinigungsmittel: Je nach Pflasterart benötigen Sie andere Reinigungsmittel – welche Reiniger welche Steinart säubern, erfahren Sie in diesem Artikel. Hochdruckreiniger, Schrubber und Wasserschlauch brauchen Sie immer, um Pflasterflächen zu reinigen.

Je nach Material und Verschmutzungsgrad gibt es verschiedene Methoden, um Steinplatten zu säubern.

Betonsteine reinigen mit dem Hochdruckreiniger

Am einfachsten reinigen Sie Pflasterflächen mit einem Hochdruckreiniger. Ob Klinker, Waschbetonstein, Knochensteine, Gehwegplatten, Verbundpflaster oder alle anderen Betonpflastersteine lassen sich mit ihm mühelos reinigen. Auch auf Hartgesteinen wie Granit und Basalt können Sie mit dem Hochdruckreiniger arbeiten. Vorsicht ist bei weicheren Natursteinen geboten – sie können durch den hohen Druck beschädigt werden und in beschädigten Steinen setzt sich anschließend nur noch mehr Schmutz ab.

Praxistipp: Für eine sanftere Reinigung hat sich die Multibrush von Gloria bewährt, die auch ohne Reinigungsmittel und ohne Gartenschlauch-Anschluss funktioniert. Die praktische Motorbürste konnten wir in der Redaktion bereits selbst ausprobieren. Das Ergebnis überzeugt auch beim Säubern von Pflasterflächen! Überzeugen Sie sich vom Ergebnis in folgendem Video:

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Video: Xcel Production
So reinigen Sie Steinpflaster mit einem Hochdruckreiniger
  • Nach der Vorarbeit (losen Schmutz abkehren, ggf. Fugen vorbehandeln, siehe oben) Pflasterbelag mit dem Hochdruckreiniger säubern

  • Wählen Sie den Fächerstrahl am Hochdruckreiniger für effiziente Arbeitsfortschritte

  • Gehen Sie entweder bahnenweise vor (bei Verbundpflaster) oder Stein für Stein (bei großformatigen Steinen): Das vermeidet, dass Sie Bereiche mehrfach abstrahlen – die Reinigungsleistung ist bei manchen Steinarten erst nach dem Trocknen gut zu erkennen.

  • Nutzen Sie den konzentrierten Strahl für punktuelle, hartnäckige Verschmutzungen, Flechten oder Anhaftungen

Wichtig: Ein leistungsfähiger Hochdruckreiniger entfernt nicht nur oberflächlich anhaftenden Schmutz von den Steinen, sondern spült auch Unkraut – und Fugenmörtel! – aus den Steinzwischenräumen! Nachdem Sie den Pflasterbelag mit Hochdruck gereinigt haben, sollten Sie unbedingt ausgespülten Fugensand nachfüllen!

Tipp: Schonender reinigen Sie Ihr Steinpflaster mit speziellen Flächenbürsten – diese Aufsätze reduzieren auch das Spritzen durch abprallendes Wasser und eignen sich dadurch besonders gut zum Reinigen von hausnahen Pflasterflächen wie etwa Steinterrassen.

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Video: Glutamat
Der Kontrast zwischen gereinigten und verwitterten Pflastersteinen ist eindeutig zu erkennen
Mit ordentlich Druck und dem passenden Pflasterreiniger lässt sich Betonpflaster leicht säubern: Der Kontrast zwischen verwitterten und gereinigten Pflastersteinen ist eindeutig zu erkennen! Foto: Hersteller / Ultrament

Pflaster reinigen mit Reinigungsmitteln

Wer die Pflasterreinigung mit dem Hochdruckreiniger regelmäßig (einmal im Jahr genügt) durchführt, braucht eigentlich keine zusätzlichen Reinigungsmittel zu verwenden. Wer allerdings nur mit Schrubber und Wasser gegen Schmutz und Grünbeläge auf Pflastersteinen ankämpfen kann, dem leisten spezielle Pflasterreiniger gute Dienste!

Reiniger für Pflastersteine, spezielle Grünbelagentferner, Moos- und Algenentferner gibt es massig im Handel zu kaufen. Wer nicht viel Zeit hat oder nicht so stark schrubben möchte, ist mit diesen Reinigungsmitteln gut bedient. Allerdings enthalten manche Produkte auch viel Chemie und stellen bei unsachgemäßer Anwendung oder Überdosierung eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar, versickert der Reiniger neben der Pflasterfläche im Erdreich. Wenn Sie chemische Reinigungsmittel anwenden möchten, denken Sie daran, dass die Mittel nicht mit Pflanzen in Berührung kommen und nur sporadisch eingesetzt werden sollten.

Günstige Hausmittel zur Steinreinigung

Alt bekannte Hausmittel und Wasser sind da wesentlich umweltverträglicher – und günstiger! Hier finden Sie die besten Tipps, wie Sie ganz natürlich Ihre Pflastersteine säubern können:

  • Neutrale Schmierseife: Für empfindliche Natursteine eignet sich eine Lösung aus neutraler Schmierseife und warmem Wasser. Tragen Sie die Mischung mit einer weichen Bürste auf und reinigen Sie die Steine in kreisenden Bewegungen. Danach spülen Sie die Fläche mit klarem Wasser ab.

  • Soda-Wasser-Gemisch: Soda ist ein bewährtes Hausmittel zur Reinigung von Pflastersteinen. Mischen Sie 100 Gramm Soda mit 10 Litern heißem Wasser. Verteilen Sie die Lösung mit einem Schrubber auf den Steinen und lassen Sie sie etwa fünf bis sechs Stunden einwirken. Anschließend spülen Sie die Fläche gründlich mit klarem Wasser ab. Tragen Sie dabei eine Schutzbrille, da Soda die Augen reizen kann.

  • Gekochtes Kartoffelwasser: Ein überraschend effektives Hausmittel ist gekochtes Kartoffelwasser. Gießen Sie das noch heiße Wasser über die Pflastersteine und lassen Sie es einwirken. Die Stärke im Wasser hilft, Schmutz zu lösen. Nach dem Abkühlen können Sie die Fläche mit einer Bürste reinigen und mit Wasser nachspülen. Eignet sich eher für kleine Flächen auf empfindlichen Natursteinterrassen.

Pflastersteine aus Beton reinigen

Betonsteinpflaster reinigen Sie am einfachsten und schnellsten mit dem Hochdruckreiniger. Ob Sie dabei zusätzlich einen Reiniger verwenden, liegt ganz bei Ihnen. Die meisten Verschmutzungen entfernt der harte Wasserstrahl ohne den Zusatz von Reinigungsmitteln.

Mit dem Hochdruckreiniger wird ein schäumendes Reinigungsmittel großflächig auf Betonsteinpflaster aufgetragen
Es muss nicht immer ein Spezial-Steinreiniger sein: Mit dem Hochdruckreiniger lassen sich auch klassische Schmierseife oder eine Soda-Lauge bequem auf großen Pflasterflächen verteilen! Foto: sidm / CK

Den klassischen grünen Biofilm (aus Algen, Flechten und Grünbelag) auf Betonsteinen entfernen Sie am besten mit einem Soda-Wasser-Gemisch (Mischungsverhältnis und Anwendung siehe oben). Schmierseife ist das Reinigungsmittel der Wahl, wenn auf dem Pflaster andere Arten von Flecken (Fettspritzer vom Grillen oder der Fahrrad-Reparatur, organische Verschmutzungen rund um die Mülltonnen, Verfärbungen durch Blütenblätter oder Metall-Pflanzkübeln, ...) vorherrschen.

Betonsteine sind relativ robust und vertragen neutrale und alkalische Reiniger. Vorsicht ist vor säurehaltigen Mitteln geboten: Sie können unter Umständen die Kalkbestandteile im Beton angreifen und die Oberfläche beschädigen.

Betonpflaster trocken reinigen

Große Pflasterflächen aus robustem und strapazierfähigem Betonpflaster (etwa vor der Garage oder den Stellplätzen) können Sie auch trocken, ohne Wasserzugabe reinigen: Mit einer motorisierten Wildkrautbürste entfernen Sie schnell und mühelos selbst hartnäckige Flechten und hartnäckige Verschmutzungen von der Oberfläche der Pflastersteine und schrubben zugleich das in Fugen und entlang von Hauswänden wuchernde Unkraut fort.

Allerdings ist diese kraftvolle Pflaster-Reinigung nicht für empfindliches Natursteinpflaster geeignet!

Pflastersteine aus Naturstein reinigen

Vorsicht bei der Reinigung von Natursteinpflaster: Natursteine haben eins gemeinsam – sie vertragen keine Säuren. Eine Reinigung mit Zitronensäure oder Essig oder anderen säurehaltigen Mitteln ist daher ausgeschlossen. Verwenden Sie ein pH-neutrales Reinigungsmittel, das Sie in warmem Wasser auflösen. Praxistipp: Testen Sie bei Natursteinpflaster immer an einer unauffälligen Stelle, wie der Stein auf einen neuen Reiniger reagiert!

Bei glatten, polierten Naturstein-Fliesen auf der Terrasse genügen oft schon eine weiche Bürste und klares Wasser für eine gründliche Reinigung.

nass glänzende Natursteinplatten mit deutlich sichtbarer Schiefer-Oberfläche
Sandstein, Schiefer oder andere „weiche oder offenporige“ Natursteine sind anfälliger für Schmutzanhaftungen als kristalline, geschlossenporige Steinarten (wie Marmor oder Granit). Foto: sidm / Archiv

Bei schweren Verschmutzungen sind im Handel spezielle säurefreie (!) Natursteinreiniger erhältlich, die mit einer weichen Bürste, sanftem Druck und kreisenden Bewegungen eingearbeitet werden. Wischen Sie mit wenig (!) klarem Wasser nach (dabei unbedingt Kontakt zu Pflanzen vermeiden) und freuen Sie sich daran, dass das Steinpflaster wieder sauber ist!

Saubere Pflastersteine versiegeln

Nach der Reinigung der Steine wollen viele Gartenbesitzer die Pflasterfläche versiegeln – der Wunsch ist verständlich: Eine Imprägnierung soll die Pflastersteine vor erneuter Verschmutzung schützen und zukünftige Reinigungen erleichtern.

Grünbelag-Prophylaxe schon bei der Verlegung mitdenken: Damit Wasser nicht auf den Steinen stehen bleibt (und sich dann Grünbelag bilden kann) ist es am besten, bei der Verlegung auf ausreichendes Gefälle zu achten! Liegt die Pflasterfläche zudem im Schatten (und Niederschlagswasser kann nicht schnell genug abtrocknen) bringt es im Kampf gegen Grünbeläge auch nichts, die Steine zu imprägnieren. Allerdings kann ein Anstrich mit Betonfarbe die Attraktivität der Pflastersteine wieder erhöhen!

FAQs: Häufige Fragen zur Pflasterreinigung – und Antworten aus der Praxis

Eine gründliche Reinigung einmal jährlich ist in der Regel ausreichend. Bei stärkerer Verschmutzung oder in schattigen, feuchten Bereichen kann eine häufigere Reinigung notwendig sein.

Wählen Sie einen trocknen Tag, um optimale Ergebnisse zu erzielen – ein bedeckter Himmel ist besser als praller Sonnenschein. Vermeiden Sie die Reinigung bei Frost oder Regen. Feuchtigkeit kann in die Steine eindringen und bei Frost zu Rissen führen.

Ölflecken sollten möglichst schnell behandelt werden. Streuen Sie saugfähiges Material wie Katzenstreu auf den frischen Fleck, lassen Sie es einwirken und kehren Sie es anschließend ab. Bei verbleibenden Flecken kann ein spezieller Ölentferner für Steinoberflächen helfen.

Ja, eine Imprägnierung schützt die Steine vor erneuter Verschmutzung und erleichtert zukünftige Reinigungen. Sie verlängert die Lebensdauer der Pflastersteine und erhält ihr gepflegtes Aussehen.

Fazit: So geht einfache aber gründliche Reinigung von Pflasterflächen

Mit der richtigen Vorbereitung und passenden Reinigungsmethoden lassen sich Pflastersteine effektiv säubern und langfristig schützen. Regelmäßige Pflege erhält nicht nur die Optik, sondern auch die Funktionalität der Steine. Durch den Einsatz umweltfreundlicher Reinigungsmittel und das Vermeiden von Fehlern tragen Sie zudem zum Schutz der Umwelt bei.

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