Sockel verputzen
Sockelputz dient zum Verputzen der unteren Wandabschnitte und des Kellermauerwerks. Gerade hier sollte man Schäden der Fassade auch schnell ausbessern. Wir zeigen, wie Sie einen Sockel verputzen.
Dem Sockelputz kommt eine große bauphysikalische Bedeutung zu – mag er auch nur 60-100 cm hoch reichen. Auch wenn er meist nicht so beachtet wird wie der darüber liegende Fassadenputz, ist es wichtig, den Haussockel zu verputzen, um die Bausubstanz zu schützen. Wie Sie mineralischen Sockelputz auftragen, zeigt diese Anleitung Schritt für Schritt.
Tipp: Wollen Sie bestehenden Sockelputz ausbessern? Auch dafür finden Sie auf selbst.de praktische Hilfe.
Anleitung Sockelputz erneuern
Checkliste Werkzeug
Bohrmaschine
Drahtbürste
Hammer
Handfeger
Maurerhammer
Maurerkelle
Meißel
Quast
Schaufel
Spaten
Wasserwaage
Schäden an der verputzten Außenwand können schnell zu feuchten Wänden, Schimmel und marodem Mauerwerk führen. Sind die Putzschäden schon deutlich oberhalb des Erdreichs erkennbar, wird es daher höchste Zeit zum Ausbessern. Unsere Schritt-fürSchritt-Anleitung in der Galerie oben zeigt exemplarisch, wie Sie alten Sockelputz abschlagen und einen neuen Zement-Sockelputz erstellen. Lernen Sie, wie Sie durch Feuchtigkeit beschädigte Stellen im alten Putz erneuern oder gleich eine neue erste Putzschicht aufbringen.
Legen Sie zunächst das Kellermauerwerk unterhalb des schadhaften Putzes frei, je nach Zustand bis zur Gebäudesohle. Diese Arbeiten führen Sie bei anhaltend gutem Wetter aus, damit die freigelegte Wand eine Zeitlang abtrocknen kann. Dann lassen sich haftende Erdreste gut abfegen. Wichtig: Loser Sockelputz und Mörtel, der sich aus den Fugen löst, müssen entfernt werden. Größere freigelegte Fugen bessern Sie mit Putz- und Mauermörtel aus, ggf. ersetzen Sie lose Steine.
Wie Sockel verputzen?
Ist die Wand trocken und sauber, tragen Sie an Wandabschnitten unter der Erdoberfläche Dichtschlämme auf. Erst dann folgt der Zementputz, hier ein Sockelputz, der sich gut für Flächen unter der Erdoberfläche eignet.
Praxistipp: Direktem Kontakt mit dem Erdreich sollte er aber nicht ausgesetzt werden! Tragen Sie in diesem Bereich also auch darüber eine Dichtschlämme oder eine Bitumenbeschichtung auf. Letztere sollte durch Bitumenpappe, Noppenfolie oder Dämmplatten vor dem wieder einzufüllenden Erdreich geschützt werden.
Nicht immer ist der Untergrund ideal für eine gute Haftung des Sockelputzes. Gerade auf glatten und nur schwach saugenden Untergründen entsteht nur unzureichend Haftung zwischen Mauerwerk und Putzschicht. Mit diesem Trick lösen Sie das Problem: Schaffen Sie eine raue Unterlage für den Putz – ideal ist hier ein Spritzbewurf! Er dient der Haftverbesserung auf problematischen Untergründen (wenig saugende und glatte Untergründe).
Spritzbewurf bedeutet, dass man den Mörtel netzförmig auf rund 50 bis 60 Prozent der Fläche aufbringt. Meist geschieht das durch eine schnelle Schleuderbewegung (aus dem Handgelenk). Dies kann zum Teil mit dem verwendeten Sanierputz erfolgen oder aber mit einem separaten Produkt, das manche Hersteller abgestimmt auf den Sanierputz anbieten. Ein solcher Spritzbewurf kann wiederum auch als normaler Sockelputz herhalten, ist jedoch oft nur zur Verarbeitung in geringeren Schichtdicken geeignet.
Tipp: Mehr Infos zum Thema enthält unser 8-seitiger Ratgeber Grundwissen Verputzen >>
Sockel auf welche Höhe verputzen?
Der Sockelputz hat die Aufgabe, das Mauerwerk vor Spritzwasser zu schützen. Als Mindesthöhe für den Sockelputz gelten 30 Zentimeter über dem umgebenden Erdreich. Allerdings reicht das meist nicht – und sieht gerade bei mehrgeschossigen Häusern auch gestalterisch nicht gut aus!
Verputzen Sie den Gebäudesockel am besten bis zu einer Höhe von 50-100 Zentimetern über der letzten wasserführenden Schicht (Erdreich, Pflaster, …), damit der Sockelputz seiner Funktion Wasser von der Fassade fernzuhalten auch nachkommen kann. Denken Sie daran, der Sockelbereich ist besonderen Witterungsbedingungen ausgesetzt: Im Spritzwasser ist nicht nur reines Regenwasser, sondern auch Schmutz und Chemikalien (etwa Streusalzreste, Dünge-Rückstände, etc. enthalten!
Wie lange muss Sockelputz trocknen?
Bei dieser Frage können Sie sich ganz an den Herstellerangaben des verwendeten Sockelputzes orientieren. Fest ist der Sockelputz in der Regel nach zwei Tagen, vollständig ausgehärtet zum Teil erst nach vierzehn Tagen. Kleine Stellen trocknen zügig ab, bei der Erneuerung von großen Flächen dauert es entsprechend länger, bis die zweite Putzschicht aufgetragen werden kann.
Wichtig ist aber weniger, wie lange der Sockelputz zum Trocknen braucht, sondern vielmehr, ob der Sockel vor dem Verputzen genug Zeit hatte zum Trocknen! Praxistipp: Bringen Sie neuen Sockelputz nicht direkt auf noch restfeuchtes Mauerwerk auf.
Was kostet Sockelputz?
Einfacher Sockelputz ist bereits ab knapp 30 Cent pro Kilogramm erhältlich. Für knapp 0,60-1,00 Euro erhalten Sie gutes zementäres Material in jedem Baumarkt. Spezielle Sockelputze mit „Zusatzfunktionen“ (wie etwa Sanierputze) oder mit besonderer Haftung oder extrem hoher Flexibilität (vermeidet Putzrisse) kostet mehr: Zwei bis drei Euro pro Kilogramm Material müssen Sie in diesem Fall kalkulieren.
Womit kann ich Sockelputz streichen?
Einen Sockelputz kann man mit jeder Dispersionsfarbe streichen. Da es sich hier um eine Anwendung im Außenbereich handelt, sollten Sie in jedem Fall zu wasserbeständiger Fassadenfarbe greifen, die vom Regen nicht abgewaschen wird. Praxistipp: Haben Sie einen Sanierputz verwendet, weil noch Restfeuchte im Sockelgeschoss vorhanden ist, sollten Sie eine auf den Sanierputz abgestimmte Farbe wählen, die diffusionsoffen ist und keine geschlossene Haut auf dem Sockelputz bildet.
Möchte man den Sockelputz weder mit seiner rohen Oberfläche belassen noch ihn mit Farbe streichen, kann man ihn auch mit einem Oberputz versehen. Hier sollte aber ein abgestimmtes Produkt (zum Teil als Sanieroberputz bezeichnet) vom selben Hersteller zum Einsatz kommen.
Fotos: sidm / Archiv
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