Melde: Das unterschätzte Blattgemüse mit vielseitigen Talenten
Wie Sie Gartenmelde, rote Melde und grüne Melde anbauen, pflegen und in der Küche nutzen.
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- Die Melde – Ein kurzer botanischer Überblick
- Die wichtigsten Melde-Arten im Überblick
- Standort und Boden: Wo gedeiht die Melde am besten?
- Anbau: Aussaat, Pflanzzeit und Vermehrung
- Pflege: Gießen, Düngen und Schnitt
- Ernte und Lagerung: So bekommen Sie das Beste aus Ihrer Melde
- Melde in der Küche: Essbar, gesund und köstlich
- Natürliche Schädlingsbekämpfung und häufige Schädlinge
- Melde für Bodenrehabilitation und Nachhaltigkeit
- Urban Gardening: Melde auf dem Balkon oder in kleinen Gärten anbauen
Melde – auch als Atriplex bekannt – ist eine faszinierende Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Vielen Hobbygärtnern mag sie noch unbekannt sein. Doch in Zeiten, in denen Nachhaltige Landwirtschaft, Permakultur und Urban Gardening immer populärer werden, rückt die Melde zunehmend ins Interesse von Gärtnern, Köchen und Umweltschützern. Ob Gartenmelde (Atriplex hortensis), rote Melde oder grüne Gartenmelde – diese robusten Blattgemüse punkten mit Anspruchslosigkeit, hohem Vitamingehalt in Blattgemüse und breiten Einsatzmöglichkeiten in der Küche.
In diesem umfassenden Pflanzenporträt erfahren Sie alles über die verschiedenen Melde-Arten, die wichtigsten Pflegehinweise, Tipps zur Bodenverbesserung, ihre salztoleranten Eigenschaften, den gesundheitlichen Nutzen und vieles mehr. Wir beleuchten außerdem häufig gestellte Fragen: Welche Unterschiede bestehen zwischen den Arten? Welche Bodenbedingungen sind ideal? Kann man wirklich alle Melden essen? Und welche Rolle spielt Melde in der Permakultur oder im Urban Gardening? Lesen Sie weiter und lernen Sie, wie Sie Melde erfolgreich im Garten oder sogar auf dem Balkon anbauen und ernten können.
Die Melde – Ein kurzer botanischer Überblick
Die Gattung Atriplex (Melde) umfasst weltweit über 250 Arten. Kennzeichnend für die meisten Melde-Arten sind ihre spieß- oder dreiecksförmigen Blätter. Botanisch zählen sie zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Damit sind sie mit anderen essbaren und beliebten Gemüsepflanzen wie dem Spinat oder der Quinoa verwandt. Besonders auffällig ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standortbedingungen, was sie für Gärtner und Landwirte gleichermaßen interessant macht.
Pionierpflanze: Häufig findet man wilde Meldearten auf nährstoffarmen oder sogar stark salzhaltigen Böden. Dort leistet sie Bodenverbesserung, indem sie den Boden lockert und Humus anreichert.
Salztoleranz: Einige Arten, wie die Strandmelde, können sogar an Küsten wachsen und verzeihen einen hohen Salzgehalt im Boden.
Nährstoffreichtum: Melden enthalten viel Vitamin C, Beta-Carotin sowie Mineralstoffe. In vielen Kulturen gelten sie als essbare Wildpflanzen mit hohem Gesundheitswert.
Die wichtigsten Melde-Arten im Überblick
Gartenmelde (Atriplex hortensis)
Typische Merkmale: Hohe, aufrechte Wuchsform, große Blätter in unterschiedlichen Farbvariationen (grün, rot, gelblich).
Nutzung: Besonders beliebt als Blattgemüse in der Küche. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten, ähnlich wie Spinat.
Rote Gartenmelde
Charakteristik: Tiefrote Blätter, die dem Beet nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch eine interessante Note verleihen.
Standort: Sonnige bis halbschattige Lagen, unkompliziert in der Pflege.
Grüne Gartenmelde
Merkmale: Hellgrüne Blätter, milder Geschmack. Oft als klassische Gartenmelde bezeichnet.
Verwendung: Insbesondere zum Kochen und für Salate geeignet.
Strandmelde (Atriplex portulacoides)
Vorkommen: Küstengebiete, salzhaltige Böden.
Besonderheit: Hohe Salztoleranz, kann in Dünen und direkt an der Meeresküste wachsen.
Spießmelde (Atriplex prostrata)
Synonym: Dreiecksmelde.
Kennzeichen: Spießförmige Blätter. In der Natur häufig auf gestörten oder salzigen Standorten anzutreffen.
Silbermelde (Atriplex halimus)
Charakter: Silbrige Blattoberfläche, ebenfalls sehr salztolerant.
Nutzung: In einigen Regionen als Futterpflanze oder Heckenpflanze verwendet.
Standort und Boden: Wo gedeiht die Melde am besten?
Melde ist eine typische Pionierpflanze, die mit kargen und sogar salzhaltigen Böden sehr gut zurechtkommt. Dennoch danken Ihnen die meisten Arten – besonders die kultivierte Gartenmelde – einen etwas nährstoffreicheren Boden mit kräftigem Wachstum und großen Blättern.
Bodenbeschaffenheit:
Bodenverbesserung mit Kompost oder gut verrottetem Mist ist sinnvoll, muss aber nicht zwingend sein.
Lehmige bis sandige Böden sind ideal; Staunässe sollte vermieden werden.
Standort:
Sonnig bis halbschattig.
Viele Meldearten sind echte Sonnenanbeter und entwickeln in voller Sonne ihr bestes Aroma.
pH-Wert:
Verträgt leichte Alkalität und sogar etwas Salz im Boden.
Sehr saure Böden sind eher ungünstig, lassen sich aber oft durch kalkhaltige Dünger ausgleichen.
Anbau: Aussaat, Pflanzzeit und Vermehrung
Die meisten Hobbygärtner ziehen Melde über Samen vor. Alternativ kann man Jungpflanzen im Fachhandel oder online (z. B. Obi, Amazon, Gartenfachhandel) erwerben.
Zeitpunkt: Ab April im Freiland oder unter Glas vorziehen.
Keimung: Melde keimt rasch innerhalb von 1–2 Wochen bei Temperaturen um 12–18 °C.
Tiefe: Nur dünn mit Erde bedecken, da die Samen Licht zum Keimen benötigen.
Pflanzung im Beet oder Hochbeet
Abstand: Etwa 30–40 cm Reihenabstand; zwischen den Pflanzen selbst ca. 20 cm.
Gießen: Direkt nach dem Auspflanzen gründlich angießen.
Bodenpflege: Leichtes Hacken oder Mulchen beugt Unkraut vor und lockert den Boden.
Vermehrung
Melde sät sich gern selbst aus, wenn man einzelne Pflanzen blühen und Samen ausreifen lässt.
Wenn Sie rote Melde oder grüne Gartenmelde sortenrein vermehren möchten, achten Sie darauf, dass keine anderen Meldearten in unmittelbarer Nähe zur Blüte kommen. Sonst kann es zu Kreuzungen kommen.
Pflege: Gießen, Düngen und Schnitt
Melde ist ausgesprochen anspruchslos. Wer jedoch besonders kräftige und schmackhafte Blätter ernten möchte, sollte einige Grundregeln beachten:
Gießen
Wasserversorgung: In regenarmen Phasen oder bei Anzucht im Kübel sollte Melde regelmäßig, aber nicht übermäßig gegossen werden.
Zeigerpflanze: Hängen die Blätter leicht, ist das ein gutes Anzeichen, dass die Pflanze Wasser braucht.
Düngen
In der Regel reicht ein nährstoffreicher Boden und eine Gabe Kompost zu Saisonbeginn aus.
Bei sehr mageren Böden kann man nach Bedarf leicht nachdüngen – organische Dünger sind hier empfehlenswert (z. B. Hornspäne, Brennnesseljauche).
Pflanzenernährung wird weitgehend über den Boden abgedeckt, synthetische Mineraldünger sind meist überflüssig und für den biologischen Anbau eher unpassend.
Rückschnitt
Wer Melde vor allem jung und zart ernten möchte, kann regelmäßig die Triebspitzen abknipsen. Die Pflanze verzweigt sich dann und bildet noch mehr frische Blätter.
Wenn man Samen ernten will, sollte man die Pflanzen dagegen wachsen lassen, bis die Blütenstände ausreifen.
Ernte und Lagerung: So bekommen Sie das Beste aus Ihrer Melde
Die Melde kann je nach Aussaatzeitpunkt ab dem Frühsommer kontinuierlich beerntet werden.
Erntezeitpunkt: Sobald die Blätter ausreichend groß sind (ca. 10–15 cm), lassen sie sich wie Spinatblätter ernten.
Erntemethode: Am besten schneidet oder zupft man die Blätter von außen nach innen ab, damit die Pflanze weiterwachsen kann.
Lagerung: Frisch geerntete Blätter halten sich im Kühlschrank einige Tage. In einem feuchten Tuch eingewickelt bleiben sie länger knackig.
Wer große Mengen auf einmal erntet, kann die Blätter blanchieren und einfrieren – ähnlich wie Spinat.
Melde in der Küche: Essbar, gesund und köstlich
Viele fragen sich: Sind alle Meldearten essbar? Die Antwort lautet: Grundsätzlich ja – solange es sich um echte Atriplex-Arten handelt, die nicht mit Pestiziden belastet sind. Allerdings unterscheiden sich Geschmack und Textur je nach Art.
Verwendung:
Roh im Salat, vor allem junge, zarte Blätter.
Gekocht wie Spinat oder Mangold.
In Suppen, Eintöpfen oder Aufläufen fügt Melde eine milde, angenehm herbe Note hinzu.
Nährwerte:
Hoher Vitamingehalt in Blattgemüse, insbesondere Vitamin C und Beta-Carotin.
Reich an Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Kalzium).
Kulturelle Vielfalt:
In vielen Regionen wird Melde traditionell als Gemüse angebaut und findet in landestypischen Gerichten Verwendung, z. B. in der mediterranen oder türkischen Küche.
Beliebt sind Rezepte wie Melde-Feta-Pfannen oder grüne Smoothies mit jungen Blättern.
Hoher Vitamin-C-Gehalt: Unterstützt das Immunsystem und wirkt antioxidativ.
Beta-Carotin: Gut für Haut und Augen.
Ballaststoffe: Fördern eine gesunde Verdauung.
Pflanzliche Proteine: Auch wenn sie geringer ausfallen als bei Hülsenfrüchten, können sie zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.
Achtung: Die Gartenmelde kann leicht mit essbaren Pflanzen wie Gänsefuß, Baumspinat oder Roter Melde verwechselt werden, aber auch mit giftigen Gewächsen wie Stechapfel oder Schwarzem Nachtschatten. Besonders junge Blätter sehen sich oft ähnlich, daher sollte man sicher sein, bevor man sie verzehrt.
Natürliche Schädlingsbekämpfung und häufige Schädlinge
Obwohl Melde recht robust ist, können gelegentlich Blattläuse, Raupen oder Schnecken auftauchen. Chemische Keule braucht es in den seltensten Fällen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Schnecken mit Hausmitteln loswerden.
Hier einige weitere Tipps:
Frühzeitige Kontrolle: Prüfe die Blattunterseiten und Triebspitzen regelmäßig.
Natürliche Schädlingsbekämpfung:
Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen fördern.
Pflanzenjauchen (z. B. Brennnessel- oder Knoblauchjauche) zum Spritzen.
Bei Schnecken helfen Schneckenzäune oder das Absammeln am Abend.
Krankheiten: Echte Pilzkrankheiten treten selten auf. Mehltau kann bei zu engem Stand oder feucht-warmem Klima auftreten. In dem Fall für bessere Belüftung sorgen und befallene Blätter entfernen.
Melde für Bodenrehabilitation und Nachhaltigkeit
Melde punktet nicht nur im Beet und auf dem Teller, sondern kann auch aktiv zur Bodenverbesserung beitragen:
Pionierpflanze: Ihre Wurzeln lockern und stabilisieren den Boden.
Salztolerante Pflanzen: Besonders Arten wie die Strandmelde (Atriplex portulacoides) oder Silbermelde (Atriplex halimus) helfen, salzhaltige Areale wieder nutzbar zu machen.
Permakultur: Melde findet in vielen Permakultur-Systemen Anwendung, da sie anspruchslos ist, schnell wächst und auf schlechten Böden gedeiht. Außerdem trägt sie zur Bodengesundheit bei.
Urban Gardening: Melde auf dem Balkon oder in kleinen Gärten anbauen
Melde eignet sich hervorragend für das Gärtnern auf dem Balkon oder in der Stadt:
Kübelkultur: Ein großer, mindestens 20–30 cm tiefer Topf reicht. Achte auf guten Wasserabzug.
Platzbedarf: Wählen Sie eher kompakte Sorten wie grüne Gartenmelde oder kultivieren Sie die Pflanze mit regelmäßigem Rückschnitt, damit sie nicht zu hoch wird.
Pflege: Regelmäßig gießen und in sehr nährstoffarmen Balkonmischungen leicht nachdüngen.
Vorteil: Sie haben schnell verfügbares frisches Grün direkt vor der Haustür.
Ist Melde ein Unkraut?
Je nach Blickwinkel kann die Melde ein Unkraut sein, da sie sich schnell verbreitet und oft unerwünscht im Garten wächst. Ihre Samen verbreiten sich schnell und sie ist schwer auszurotten, da sie tief wurzelt. Sie ist aber auch ein essbares, nährstoffreiches Wildkraut, welches zudem gut für Insekten ist.
Welche Heilwirkung hat die Gartenmelde?
Die Gartenmelde wurde früher als Heilpflanze genutzt, heute ist sie eher als Gemüse bekannt, welches viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Eisen, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
Sie wirkt verdauungsfördernd und kann bei Verstopfung helfen. Die enthaltenen Antioxidantien wirken zudem entzündungshemmend. Durch den hohen Vitamin-C-Gehalt wird das Immunsystem gestärkt. Außerdem besitzt sie harntreibende sowie blutreinigende Eigenschaften.
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