Steckdose einbauen

Unterputz-Steckdose setzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen sicheren Einbau

Steckdosen gibt es nie genug: Wie Sie eine zusätzliche Unterputzdose setzen und neue Steckdosen einbauen, zeigen wir hier Schritt für Schritt ...

Ein Mann klemmt die Adern der Elektroinstallation an eine Unterputz-Steckdose an
Unterputz-Steckdose selbst setzen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Heimwerker, Werkzeugempfehlungen, Sicherheits- und Normhinweise sowie häufige Fehler und ihre Lösung finden Sie in diesem Ratgeber-Artikel auf selbst.de. Foto: sidm / Archiv
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Wer an einer Renovierung oder Modernisierung arbeitet, stellt schnell fest: Die richtige Steckdose am richtigen Ort macht oft den Unterschied zwischen Frust im Alltag und perfektem Komfort. Unterputz-Steckdosen sind dabei längst Standard – und das nicht ohne Grund: Unterputzdosen verschwinden elegant in der Wand und machen Schluss mit sichtbaren Kabelkanälen und klobigen Aufputzdosen. Doch wie gelingt es, eine Unterputz-Steckdose sauber, sicher und nach Norm zu setzen?

Gefahr - Foto: sidm
Gefahr!

Spannungen über 42 Volt gelten als für den Menschen lebensgefährlich – also auch die im Haushalt vorhandene Elektroinstallation. Durch den Aufbau des Stromnetzes kann bereits beim Berühren lediglich eines Außenleiters (der Phase) ein lebensgefährlicher Strom über den Körper zum Erdreich fließen. Es darf daher nur an abgeschalteten Stromkreisen gearbeitet werden! Bei allen Arbeiten an elektrischen Anlagen ist die ausführende Person für die Einhaltung der gültigen VDE-Bestimmungen verantwortlich. Wenn Sie sich über die korrekte Ausführung der Arbeit nicht sicher sind, sollten Sie also unbedingt einen Fachmann hinzuziehen!

In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie von der Planung über das Setzen der Dose bis zur sicheren Inbetriebnahme alles richtig machen – inklusive Fehlervermeidung und Profi-Tipps für schwierige Fälle. Außerdem erfahren Sie, welche Arbeiten in Eigenregie möglich sind – und wo besser abgebrochen und ein Elektriker gerufen wird.

Rechtliche Grundlagen & Versicherungschutz beim Einbau von Steckdosen

Niemand kann es leugnen: Strom birgt Gefahren. Umso wichtiger ist es, die gesetzlichen Grenzen für Heimwerker zu kennen. Nach deutschem Recht ist das Schlitzen, Dosenbohren, Leerverrohrung und Einsetzen von Unterputzdosen sowie Leitungen für private Bauherren erlaubt. Das Anklemmen an den Stromkreis und das Anschließen einer Steckdose an das Stromnetz bleibt ausschließlich Fachleuten vorbehalten (siehe VDE 0100, §13 NAV).

Was darf ich beim Steckdose-Setzen selbst tun – was nicht?
  • Das Fräsen von Wandschlitzen können Sie in Eigenleistung erledigen, ebenso das Setzen und Eingipsen der Unterputzdosen.

  • Das Verlegen von Leitungen („Kabel ziehen“) sowie das Verdrahten der Unterputzdosen („Steckdose anschließen“) können Heimwerker selbst erledigen, sofern dabei keine Arbeiten am Stromnetz erfolgen.

  • Der elektrische Anschluss einer neuen Steckdose ans 230V-Hausnetz ist dagegen grundsätzlich Sache des Elektroprofis (siehe §13 NAV, VDE 0100).

  • Verboten: Eigenmächtige Änderungen an bestehenden Stromkreisen, Verteilerdosen oder Sicherungskästen!

Wer dies ignoriert, gefährdet seinen Versicherungsschutz! Bei einem durch Eigenleistung verursachten Schaden (an Verbrauchern durch Kurzschluss, am Gebäude durch Brand, an Personen durch Stromschlag) — etwa aufgrund eines falschen Anschlusses oder ungenügender Absicherung — kann die Gebäude-, Hausrat- oder Haftpflichtversicherung Leistungen verweigern. Lassen Sie vor der Inbetriebnahme alles von einem Elektrofachbetrieb prüfen und freigeben. Sonst droht der Verlust des Versicherungsschutzes!

Unterputzdose setzen: Planung & Vorbereitung

Damit das Einsetzen der Unterputz-Steckdose von Anfang an gelingt, sind präzise Planung und Vorbereitung unverzichtbar. Wer „auf gut Glück“ loslegt, riskiert teure Nachbesserungen und Ärger.

Position und Höhe der Dose bestimmen

  • optimale Höhe für Steckdose: Die typische Normhöhe für Unterputz-Steckdosen liegt bei 30 cm über fertigem Fußboden (DIN 18015). In Küchen finden sich Steckdosen oft in rückenschonender Höhe von 105 cm.

  • Tipps für ergonomische Platzierung: Planen Sie Steckdosen da, wo Sie Geräte häufig nutzen, z. B. Nachttisch, Arbeitsfläche, TV-Bereich. Überlegen Sie, wo Sie oft Geräte (Smartphone, Tablet, Akku-Staubsauger, ...) laden und planen dort zusätzliche Steckdosen ein (z. B. neben Sofas/Betten). Planen Sie am besten gleich einen Reserveplatz für zukünftige Geräte ein!

  • Sicherheitsabstände einhalten: Achten Sie darauf, dass Steckdosen zu Wasserleitungen, Heizkörpern und Fenstern Abstand halten:

    • Mindestabstand zu Türen und Fenstern: 15 cm

    • Zu Wasserquellen: mind. 60 cm (bei Feuchträumen gelten besondere Vorschriften!)

    • Bei mehreren Steckdosen: Standardabstand 7,1 cm von Dosenmitte zu Dosenmitte

Tipp: Damit man bei späteren Renovierungsarbeiten nicht immer Angst haben muss, ein Stromkabel anzubohren, haben sich klar definierte Installationszonen bewährt, innerhalb derer die Leitungen für Lichtschalter und Steckdosen vertikal und horizontal in der Wand verlaufen. Halten Sie diese Installationszonen beim Verlegen neuer Steckdosen unbedingt ein:

Sicher arbeiten an der Elektroinstallation

Bevor es gleich losgeht, noch ein wichtiger Sicherheitshinweis: Arbeiten Sie NIE an spannungführenden Leitungen!

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Video: Xcel Produktion

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Steckdose unterputz nachrüsten

Früher waren sie der Normalfall: Fest ins Mauerwerk eingegipste Unterputzdosen, in die die Steckdosen eingesetzt wurden. Bei Wänden aus massiven Baustoffen sind Unterputz-Steckdosen auch heute noch „Stand der Technik“. Zwar ist es vergleichsweise aufwändig, Kabel unter Putz zu verlegen, aber auch in massive Wände kann man Steckdosen nachträglich einbauen.

Bereit für die Praxis? Die Bildergalerie zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Unterputz-Steckdosen in Massivwänden verlegen:

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Mit einem Bohrhammer wird ein Schlitz in eine Wand für eine Unterputz-Steckdose hergestellt.
Foto: sidm / Archiv

Mit dem Aufstemmen der Wand beginnt alles: Die Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Steckdosen unter Putz selbst verlegen >>

Eine Person prüft mit einem Spannungsprüfer an einer offenen Wanddose die Stromfreiheit der Leitungen.
Foto: sidm / Archiv

Schalten Sie zuerst den Stromkreis ab. Suchen Sie die nächstgelegene Abzweigdose durch Abklopfen der Wand. Öffnen Sie die Verteilerdose und prüfen Sie mit geeigneten Elektriker-Werkzeugen die Stromfreiheit.

Mit einem Meißel wird Putz um eine geöffnete Wanddose für die Installation freigelegt.
Foto: sidm / Archiv

Hier soll von einer bestehenden Verteilerdose aus eine neue Steckdose mit einem Kabel unter Putz angeschlossen werden. Markieren Sie den Verlauf der neu zu verlegenden Stromleitung – immer rechtwinklig und innerhalb der gängigen Installationszonen bleiben! Nun können Sie den Wandputz wenige Zentimeter tief aufstemmen.

Ein Handschuh hält einen Meißel an eine angezeichnete Kreisform auf der Wand zum Vorbereiten einer Dose.
Foto: sidm / Archiv

Auch die Position der neuen Unterputz-Steckdose wird angezeichnet und mit Hammer und Meißel ein ausreichend großes Loch ins Mauerwerk geschlagen. Sollen mehrere Unterputzdosen gesetzt werden, auch hierfür Verlauf der Leitungen und Lage der Dosen anzeichnen und Leitungswege aufstemmen.

Ein Heimwerker arbeitet mit einer Mauernutfräse samt Staubabsaugung an einer Wand für Kabelschlitze.
Foto: sidm / Archiv

Bei umfangreichen Arbeiten erleichtert eine Mauernutfräse die Arbeit (ggf. im Werkzeugverleih mieten). Breite und Tiefe des Mauerschlitzes richtet sich danach, ob nur ein einzelnes Kabel oder ein Leerrohr verlegt werden soll.

Mit der Hand wird eine Unterputzdose oberflächenbündig in eine vorbereitete Wandöffnung mit Putzmasse eingesetzt.
Foto: sidm / Archiv

Nun können Sie die Unterputzdose mit Elektrikergips bündig einsetzen, die Leitungen einlegen und anschließend den Leitungsverlauf oberflächenbündig verschließen.

Anschließend Kabel oder Leerrohr im Wandschlitz und ggf. Kabel durch Leerrohr ziehen. Sind die neuen Leitungen gezogen, auch Wandschlitz plan verspachteln.

Eine Person hält mit der einen Hand blaue Kabel vor eine offene Wanddose, mit der anderen einen Schraubendreher.
Foto: sidm / Archiv

An der Verteilerdose schließt man die Enden der neu verlegten Leitungen aderngleich mit Dosenklemmen an.

Steckdoseneinsatz und Drähte werden mit beiden Händen in einer vorbereiteten Wanddose positioniert.
Foto: sidm / Archiv

Nun wird die Steckdose angeschlossen: Dafür die abisolierten Adernenden in den Steckklemmen einrasten lassen. Wichtig beim Anschluss der Steckdose: Auf die richtige Zuordnung der Kabelfarben achten!

Anschließend noch Rahmen und Abdeckplatte der Steckdose montieren.

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Video: Xcel Produktion

Sind die Stromkabel zwischen Verteilerdose und neu gesetzter Unterputzdose verlegt, folgt der Anschluss der Steckdose. Das Video zeigt, worauf dabei zu achten ist >>

Praxistipp: Sollten Sie in Trockenbauwänden Steckdosen einbauen wollen, zeigt diese Anleitung, wie Sie die Hohlwanddosen selbst setzen und die Steckdose anschließen >>

Neue Steckdose unter Putz montieren

Werkzeug- & Material-Liste

Werkzeug:

  • Hammer, Meißel, ggf. Stechbeitel

  • Alternativ: Dosensenker (für Beton, Stein und Putz; ø 68 mm) und Bohrmaschine mit Schlagfunktion

  • Staubsauger oder Staubschutzsystem

  • Leitungssucher (um verdeckte Kabel/Leitungen zu erkennen!)

  • Wasserwaage, Bleistift, Zollstock

  • Abisolierzange, Cuttermesser

  • Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrille, Staubmaske)

  • Eimer, Abdeckfolie

  • Schraubendreher, Kreuz und Schlitz

Material:

  • Unterputzdose (normgerecht, passend zur Wandstärke!)

  • Passende Steckdose mit VDE-Prüfzeichen

  • Leitungen NYM-J, passend zur Schaltlast (3 × 1,5 mm² ist Standard im Wohnbereich)

  • Putz oder Spachtelmasse, ggf. Schnellzement

Wollen Sie eine Steckdose unterputz nachrüsten, hilft Ihnen die obige Anleitung Schritt für Schritt durch die erforderlichen Arbeiten. Im Folgenden haben wir die einzelnen Arbeitsschritte der Steckdosenmontage in der Wand noch einmal in der chronologischen Reihenfolge ausführlich beschrieben:

Schritt 1: Strom sicher abschalten und Kontrolle

Schalten Sie im Sicherungskasten die betreffende Sicherung ab.

Prüfen Sie danach an der zu bearbeitenden Stelle mit einem zweipoligen Spannungsprüfer, dass wirklich keine Spannung mehr anliegt.

Schritt 2: Passende Position anzeichnen und Wand vorbereiten

Zeichnen Sie die gewünschte Mitte der Steckdose (und eventuell weitere Dosen im Verbund) exakt an. Tipp: Rechnen Sie bei mehreren Dosen den Abstand nach Norm (Dosen-Mitte zu Dosen-Mitte = 71 mm) gleich mit ein!

Benutzen Sie eine Wasserwaage und einen Zollstock (oder einen selbstnivellierenden Linienlaser) für perfekte waagerechte und senkrechte Linie.

Tipp: Nutzen Sie eine Bohrschablone für Mehrfachanordnungen!

Schritt 3: Loch bohren/fräsen und ggf. Leitungsschlitz herstellen

Setzen Sie den Dosensenker mit der Bohrmaschine an und fräsen Sie ein sauberes Kreisloch mit einer Tiefe passgenau zur Dose. Mit Hammer und Meißel lösen Sie nun den Kern und schaffen so ein passgenaues Loch.

Die Tiefe bestimmen Sie, indem Sie die Unterputzdose anhalten (sie sollte bündig mit der fertigen Wand abschließen).

Falls neuer Leitungsschlitz nötig: Markieren und fräsen Sie den Verlauf (z. B. für NYM-Leitungen). Tiefe im Wohnbereich: mind. 2 cm Putz, 3 cm im Stein. Ein Schlitzen parallel zu Decke/Fußboden ist sicherer als diagonal.

Schritt 4: Leitung einlegen und Unterputzdose setzen

Führen Sie die stromführende Leitung durch die vorgestanzte Dosenöffnung. Fixieren Sie die Dose im Loch – mit Mörtel oder Schnellzement großzügig einputzen. Wichtig: Die Vorderkante der Dose muss plan mit der Wand abschließen, nicht versenkt oder überstehend!

Tipp: Achten Sie beim Einführen der Leitung in die Unterputzdose darauf, dass das Kabel nicht verdrillt! Kabel unbedingt gerade einführen und ggf. mit Klebeband fixieren. Pflicht ist auch die abdichtende Gummitülle, die einen bündigen Anschluss zwischen Leitung und der Durchlass-Bohrung der Unterputzdose herstellt!

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Video: Xcel Produktion

Schritt 5: Steckdose anschließen und montieren

Sind erst einmal die Unterputzdosen gesetzt, bereitet das Anschließen der Steckdose keine schwere Arbeit mehr:

  1. Adern abisolieren (10-11 mm).

  2. PE (grün-gelb) in die PE-Klemme, N (blau) in die N-Klemme, L (braun/schwarz) in die L-Klemme.

  3. Steckermechanik einführen (nie Adern quetschen!) und in der Dose verschrauben.

  4. Abdeckrahmen und Zierblende aufsetzen.

Achten Sie unbedingt darauf: Die Kontaktstellen müssen fest sitzen, dürfen aber nicht überdreht sein.

Praxistipp: Besonders die in den letzten Jahren aufgekommenen Steckdosen mit Anschlussklemmen zum Stecken haben das Wechseln der Steckdose leichter gemacht. Bei alten Steckdosen-Einsätzen mussten die einzelnen Adern noch festgeschraubt werden, dank der Steck-Klemmen verringert sich die Arbeitszeit entsprechend!

Wichtig: Dieser Schritt sollte immer von einem Elektrofachmann ausgeführt und überprüft werden!

Schritt 6: Sicherungsprüfung und Funktionstest

Schalten Sie die Sicherung am Verteilerkasten wieder ein. Kontrollieren Sie mit einem Steckdosenprüfer oder einem zweipoligen Spannungsprüfer (nicht nur Phasenprüfer!), ob die Steckdose korrekt angeschlossen ist.

Leuchtet die Kontrollanzeige fehlerfrei? Gerät einstecken, testen – fertig!

Was ist eine Unterputz-Steckdose und wann wird sie eingesetzt?

Unterputz-Steckdosen verschwinden – im Gegensatz zum Aufputz-Modell – bündig in der Wand und sind heute in Wohnräumen (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer), in Küche, Flur & Bad (Achtung: geeignetes Feuchtraum-Modell mit IP44-Schutzklasse verwenden), in Gewerberäumen und Büros sowie bei Nachrüstungen oder Modernisierungen längst Standard. Bei der Unterputz-Steckdose verschwindet die eigentliche Dose vollständig in der Wand, lediglich das schmale Rahmensystem und die Einsätze sind sichtbar. Der große Vorteil: Unterputz-Steckdosen sind optisch ansprechend, platzsparend und bieten langfristigen Schutz vor mechanischen Beschädigungen.

Im Unterschied dazu muss für Aufputz-Steckdosen keine Leitung in die Wand verlegt werden – das arbeitsintensive und staubige Aufstemmen (und Neuverputzen) der Wand entfällt. Sie werden einfach auf die Wand geschraubt (= „auf Putz montiert“), die Zuleitungen heute meist in Leerrohren verlegt und sind dadurch optisch weniger elegant. In untergeordneten Nebenräumen (wie Keller, Garagen oder Abstellkammern) kommen Aufputz-Steckdosen ins Spiel.

Was kostet das Verlegen einer Steckdose?

Ein Handwerker berechnet das Setzen einer neuen Steckdose rund 80 bis 150 Euro – zzgl. Anfahrt, Rüstzeug und Mehrwertsteuer. Bei den Kosten für das Legen der Steckdose durch den Elektriker lässt sich durch Eigenleistung viel Geld sparen – etwa, wenn Sie bereits vorher …

  • … die erforderlichen Schlitze stemmen
  • … die Unterputzdosen setzen und auch schon
  • … die Kabel verlegen.

Der Stundenlohn von 50-100 Euro fällt dann nur noch für die weniger zeitintensiven Arbeiten an (Anschluss der Steckdose, Prüfen der elektrischen Installation), die zwingend durch einen zertifizierten Elektro-Meisterbetrieb erfolgen müssen. Seine Freigabe bescheinigt die Sicherheit für die neue Leitung und bürgt dafür, dass durch den elektrischen Strom keine Gefahr ausgeht (etwa durch Schwelbrand oder Kurzschluss).

Aufputzmontage spart viel Geld

Aufputz-Steckdosen waren viele Jahre lang nur noch in Kellern und Fabrikhallen anzutreffen. Mit dem Boom von Holzhäusern und einem generellen Trend zu kostenbewusstem (sozialem) Wohnungsbau kehren Aufputz-Steckdosen auch wieder in unsere Wohnräume zurück. Die Hersteller haben den Trend erkannt und bieten inzwischen auch hochwertig gestaltete Steckdosen zur Aufwand-Montage an!

Warum ist Nachrüst-Bedarf an Unterputz-Steckdose so groß?

Warum muss man überhaupt Steckdosen setzen? Weil beim Neubau – früher wie heute – meist mit ausreichend Steckdosen gegeizt wird! Denn das Setzen von Steckdosen ist vergleichsweise teuer. Außerdem ist der Bedarf an Steckdosen massiv gestiegen (etwa für TV & Entertainment-Elektronik, Leuchten und andere Elektro-Geräte im Haushalt).

Immer noch "empfehlen" Bauträger vier Steckdosen pro Schlaf-, Kinder-, Arbeits-, Gästezimmer! Das ist in der Realität meist zu wenig – selbst, wenn die vier Auslassstellen als Doppelsteckdosen ausgeführt werden.

Wo setzt man am besten Steckdosen?

Meist sind vorhandene Steckdosen in den Raumecken gesetzt. Zur Grundversorgung ist das nicht verkehrt. Je besser Sie (beim Neubau) die spätere Nutzung des Raumes kennen, desto bedarfsgerechter lassen sich die Steckdosen setzen.

Typisches Beispiel für eine misslungene Planung der Steckdosen im Wohnzimmer: Die Steckdosen sind standardmäßig in den Raumecken verlegt, der Fernseher hängt aber mittig auf der Wand gegenüber der Couch. Die Folge sind hässliche Kabel-Stränge, die sich entlang der Fußleiste von der Steckdose zum TV schlängeln. Auch eine nachträgliche Aufputz-Installation unter dem modernen ULED-TV ist nicht wirklich „stylisch“!

FAQs – Häufige Fragen zum Thema Unterputz-Steckdose setzen

Leitungssucher nutzen, Baupläne checken oder im Zweifel Probebohrungen weitab wichtiger Zonen durchführen.

In der Regel verwendet man dreiadrige NYM-Mantelleitungen, wenn man Steckdosen unter Putz verlegen will. Sie gehören zu den am häufigsten genutzten Leitungen in der Hausinstallation. Wichtig ist, dass für feste Elektroinstallationen in der Wand Leitungen verwendet werden, die im Inneren drei massive (meist 3 x 1,5 mm) Kupfer-Adern besitzen – keine flexiblen Ader-Bündel aus vielen dünnen Drähten.

Mind. 15 cm zu Türen, 60 cm zu Wasserquellen (Küche/Bad), Dosenmitte zu Dosenmitte: 71 mm. Fügen Sie neue Steckdosen möglichst nur innerhalb der gängigen Installationszonen ein!

Die Dosenvorderkante bündig mit der später fertigen Wandfläche! Standard-Tiefe: 45 mm für moderne Steckdoseneinsätze.

Reguläre Dosen sind nicht für außen – dort spezielle Feuchtraumdosen und Abdichtung Pflicht!

Nach Vorbereitung und Werkzeugauswahl: 20–40 Minuten pro Dose (ohne Trocknungszeit für Mörtel/Spachtel).

Fazit: Eine gründliche Vorbereitung ermöglicht eine sichere Steckdosenmontage in der Wand

Der Einbau einer Unterputzdose ist keine Zauberei, doch er verlangt Gründlichkeit, Sorgfalt und Respekt vor Strom. Wer sich Schritt für Schritt an die Anleitung hält, kann selbst neue Steckdosen setzen. Eigenleistungen dürfen Sie im sicheren, spannungsfreien Bereich ausführen. Für den Anschluss ans Stromnetz – und bei Unsicherheit – ist der Elektriker hinzuzuziehen.

 

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