Bauschaum entfernen: Chemisch, mechanisch oder gar nicht?
Bauschaum zu entfernen ist eine echte Herausforderung, vor allem wenn er bereits hart ist. Dann benötigen Sie die richtigen Methoden. In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie frischen und getrockneten Bauschaum sicher entfernen.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.

Bauschaum ist ein praktisches und vielseitig einsetzbares Produkt. Es lässt sich in die kleinsten Hohlräume spritzen, dehnt sich aus und dringt auf diese Weise schnell in die kleinsten Ecken und Ritzen ein, wo er sehr fest aushärtet.
Gelangt der Bauschaum dorthin, wo er hin soll, haben seine Eigenschaften viele praktische Vorteile. Geht mal etwas daneben, ist es dafür umso schwieriger, den Bauschaum zu entfernen.
Frischen Bauschaum entfernen
Bauschaum ist am einfachsten zu entfernen, wenn er noch ganz frisch ist. Halten Sie bei der Arbeit mit Bauschaum also am besten immer ein Tuch bereit, damit Sie es sofort wegwischen können, wenn etwas daneben geht. Am besten funktioniert das mit einem Tuch, das in handelsübliches Pflanzenöl getränkt wurde.
Achten Sie nur darauf, dass Sie den Bauschaum dabei nicht weiter verwischen und verschmieren!
Getrockneten Bauschaum entfernen: Schritt für Schritt
Anders sieht die Sache bei getrocknetem Bauschaum aus. Müssen Sie diesen entfernen, erfordert das etwas mehr Geduld und Schweiß, denn trockener PU-Schaum lässt sich nur mechanisch oder chemisch entfernen.
Mechanische Entfernung
Für die mechanische Entfernung eignen sich Teppichmesser, Drahtbürsten, Ceranfeldschaber, Stahlwolle und Schleifpapier.
Bei empfindlichen Oberflächen gehen Sie am besten vorsichtig mit feiner Stahlwolle oder Schleifpapier vor. Teils kann auch die raue Seite eines Küchenschwamms bereits gute Ergebnisse erzielen.
Für harte Oberflächen können Sie auch die Drahtbürste oder den Ceranfeldschaber auspacken. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Überschüssigen Bauschaum entfernen: Schneiden Sie zunächst den überschüssigen PU-Schaum mit einem Messer grob ab.
Rest vorsichtig abschleifen: Für empfindliche Untergründe am besten Stahlwolle, sehr feines Schleifpapier oder die grobe Seite eines Spülschwamms verwenden. Härtere Oberflächen mit Drahtbürste oder Glasschaber bearbeiten.
Fläche reinigen: Reinigen Sie die Fläche anschließend gründlich mit Seife oder Spülmittel.
Chemische Entfernung
Vorsicht!
Lösemittel können Lackierungen angreifen. Testen Sie den PU-Schaum-Entferner daher immer zunächst auf einer kleinen Fläche!
Für die chemische Entfernung gibt es im Handel spezielle lösemittelhaltige PU-Schaum-Entferner zu kaufen. Je nach Untergrund lässt sich hier das passende Produkt auswählen. Bei der Verwendung von Bauschaum-Entferner gehen Sie am besten genauso vor, wie es der Hersteller empfiehlt und es auf dem Produkt angegeben ist. Mit folgender Vorgehensweise machen Sie jedoch meist nichts verkehrt:
Überschuss entfernen: Überschüssigen Bauschaum mit Messer grob abschneiden.
Bauschaum-Entferner auftragen: Tragen Sie den PU-Schaum-Entferner großzügig auf, sodass der ausgehärtete Bauschaum komplett damit getränkt ist.
Einwirken lassen: Mittel etwa 30 Minuten – oder je nach Anleitung – einwirken lassen.
Rückstände entfernen: Mit einem Holzspachtel lassen sich die nun weichen Rückstände einfach entfernen.
Fläche reinigen: Reinigen Sie im Anschluss die Fläche gründlich mit etwas Seife oder Spülmittel.
Vorgang ggf. wiederholen: Hat sich der Bauschaum noch nicht gänzlich abgelöst, hilft es nur, den Vorgang noch einmal zu wiederholen.
Sicherheit geht vor!
Bei der Arbeit mit Bauschaum-Entferner sollten Sie immer Handschuhe und Schutzbrille tragen. Sorgen Sie außerdem für eine gute Belüftung!
Bauschaum von unterschiedlichen Oberflächen entfernen
Je nach Oberfläche ergibt es mehr Sinn, den Bauschaum mechanisch oder chemisch zu entfernen. Wir erklären Ihnen, wann welche Methode am besten geeignet ist:
Bauschaum von Kunststoff entfernen
Bauschaum wird häufig beim Einbau von Fenstern eingesetzt. Entsprechend kann es schon einmal vorkommen, dass ein wenig daneben geht und Sie den PU-Schaum hinterher von dem Kunststoff-Fensterrahmen entfernen müssen.

Hierfür nutzen Sie am besten keine Chemie. Entfernen Sie zunächst grob alles mit einem Messer und schleifen Sie den Bauschaum dann vorsichtig mit feinem Schleifpapier ab.
Bauschaum von Holz entfernen
Holz ist porös und Bauschaum dafür bekannt, dass er sich in jede noch so kleine Fuge und Ritze ausdehnt. Chemische Reiniger bringen in diesem Fall daher nicht das gewünschte Ergebnis.
Ist der PU-Schaum erst einmal in das Holz eingedrungen, muss das komplette Holzstück abgeschliffen und gegebenenfalls neu lasiert werden.
Bauschaum von Fliesen, Stein, Metall oder Glas entfernen
Fliesen, Stein und Glas sind sehr harte, unempfindliche Oberflächen, sodass man hier auch etwas robuster vorgehen kann. Schneiden Sie den Bauschaum grob ab und greifen Sie dann am besten zu einem Ceranfeldschaber. Kleine Reste lassen sich dann mit einem groben Schwamm und etwas Spülmittel entfernen.
Auch chemischer Bauschaum-Entferner eignet sich für diese Flächen gut.
Bauschaum von Laminat entfernen
Laminat ist gegenüber Kratzern sehr empfindlich. Gehen Sie daher beim Abschleifen mit Schleifpapier sehr vorsichtig vor. Sollten dabei doch kleine Kratzer entstehen, erfahren Sie in folgendem Artikel, wie Sie sie wieder ausbessern:
Ob Bauschaum-Entferner für Laminat geeignet ist, sollten Sie zunächst an einer kleinen Stelle in der Ecke des Raums ausprobieren.
Bauschaum von Haut entfernen
Von der Haut sollten Sie Bauschaum immer sofort entfernen, damit er gar nicht erst aushärten kann. Auch hierfür eignet sich am besten ein in Öl getränktes Tuch. Anschließend gründlich mit Seife waschen.
Ist der Bauschaum bereits getrocknet, müssen Sie ganz vorsichtig vorgehen und den Bauschaum mit einem Bimsstein oder einer Nagelfeile abschleifen. Cremen Sie die Haut im Anschluss sehr gut ein.
Bauschaum aus Kleidung entfernen
Bei der Arbeit mit Bauschaum sollten Sie alte Arbeitskleidung tragen, denn ist der PU-Schaum erst einmal auf der Kleidung gelandet, ist er nicht mehr herauszubekommen. Da helfen selbst mehrere Runden in der Waschmaschine nicht. Er dringt in jede noch so kleine Faser ein und ruiniert so jedes Kleidungsstück. Wohntextilien sollten Sie daher unbedingt gut abdecken.
Kann man Bauschaum mit Hausmitteln entfernen?
Es grassieren viele Tipps und Tricks, die beschreiben, wie man Bauschaum mit diversen Hausmitteln entfernen kann. Dabei werden häufig acetonhaltige Mittel, wie Nagellackentferner, und ölhaltige Produkte, wie Babytücher, empfohlen. Diese können gut wirken, aber unter Vorbehalt!
Nagellackentferner und Babytücher sind tatsächlich sehr effektiv, wenn der Bauschaum noch frisch ist. Bei hartem Bauschaum müssen Sie es damit jedoch gar nicht erst versuchen: Simple Hausmittel haben hier keine Chance.
Unser Fazit
Es ist nicht einfach, Bauschaum zu entfernen. Am besten ist es daher, von Anfang an darauf zu achten, dass nichts daneben geht. Kleben Sie alle Flächen in der Umgebung mit Folie und Klebeband ab.
Geht doch einmal etwas daneben, verlieren Sie keine Zeit und wischen Sie es sofort ab. Ein in Öl getränkter Lappen ist hier die beste Wahl.
Sollte doch einmal etwas unbemerkt daneben gehen, ist auch das für die meisten Oberflächen kein Weltuntergang. Mit ein wenig Muskelkraft und sehr viel Vorsicht lässt sich der Bauschaum meist problemlos und ohne Kratzer abschleifen.
Zur Not kann bei vielen Oberflächen auch auf PU-Schaum-Entferner zurückgegriffen werden.
Das könnte Sie auch interessieren ...













