Rasenkalk: Wirkung, Anwendung und Tipps für einen grünen Rasen
Wenn der Rasen nicht mehr üppig und grün sprießt und überall Moos wächst, wird Rasenkalk oft als Wundermittel angepriesen. Doch Vorsicht: Nicht immer ist Rasenkalk die beste Lösung! Manchmal schadet er sogar mehr, als dass er hilft.
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Ein schöner Rasen soll dicht und saftig grün wachsen. Wenn der grüne Teppich jedoch kahle und braune Stellen aufweist, geraten viele Hobbygärtner in Panik und suchen nach einer schnellen Lösung. Rasenkalk wird da meist als Allheilmittel angepriesen. Viele Gärtner benutzen ihn daher nicht nur, wenn der Rasen bereits beschädigt ist, sondern sogar präventiv.
Aber ist es wirklich so einfach? Tatsächlich kann Rasenkalk eine gute Lösung sein. Zunächst sollte man jedoch immer herausfinden, was dem Rasen eigentlich fehlt. Ansonsten kann es schnell passieren, dass der Kalk den Rasen sogar verschlechtert.
Was ist Rasenkalk?
Rasenkalk ist ein spezieller Bodenverbesserer, der verwendet wird, um den pH-Wert des Bodens anzupassen. Er enthält basisch wirkende Bestandteile, die den pH-Wert eines sauren Bodens neutralisieren. So kann der Rasen wieder besser Nährstoffe aufnehmen, er sieht gesünder aus und ist resistenter gegen Moos und Krankheiten.
Wie wirkt Rasenkalk im Boden?
Wenn die Rasenfläche gelb wird oder kahle Stellen aufweist, obwohl Sie ihn ausreichend wässern, kann es sein, dass dem Rasen Nährstoffe oder Sauerstoff fehlen. Durch zu wenig Sauerstoff können organische Stoffe im Boden nicht mehr zersetzt werden. Die Folge: Der Boden übersäuert und viele Pflanzen gehen ein, so auch der Rasen. Rasenkalk ist daher eine Lösung, um den Boden-pH-Wert auszugleichen und optimale Bedingungen auch für größere Flächen zu schaffen.

Rasenkalk selbst enthält zwar keine wichtigen Nährstoffe für den Rasen, doch durch den Ausgleich des pH-Werts ermöglicht der Kalk es dem Rasen, die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium besser aufzunehmen. Außerdem fördert der neutrale pH-Wert das Bodenleben und sorgt so für einen luftigeren Boden.
Braucht Ihr Rasen Kalk?
Nicht immer ist ein saurer Boden (pH-Wert unter 6,5) daran schuld, dass der Rasen nicht wächst. Weitere Gründe können zu schwere Böden oder zu sandige Böden (pH-Wert von 5,3-5,7) sein. Daher ist es immer besser, den pH-Wert des Bodens zu prüfen. Nur so können Sie sich sicher sein, dass der Boden zu sauer ist und das Rasenkalk eine geeignete Lösung ist. Denn wenn Sie Gartenkalk ausbringen, obwohl der Rasen keinen Kalk braucht, wird der Boden wiederum zu alkalisch, was dem Rasen ebenfalls dauerhaft schadet und das Wachstum von Unkraut wie Löwenzahn und Klee fördert.
Den pH-Wert prüfen Sie am besten, indem Sie von mehreren Stellen im Rasen Proben nehmen und diese gut durchmischen. Die Probe dann mit etwas destilliertem Wasser nässen, gut durchrühren und dann den pH-Wert mit einem Teststäbchen messen.
Weitere Möglichkeite, den ph-Wert des Bodens zu messen, erklären wir in folgendem Artikel:
Schritt-für-Schritt-Anwendung
Wenn Sie den pH-Wert überprüft haben und feststellen, dass der Gartenboden zu sauer ist, ist der beste Zeitpunkt zum Kalken das Frühjahr – nachdem der Bodenfrost sich verabschiedet hat und bevor der Rasen zu wachsen beginnt. Auch an einem windstillen und bedeckten Tag im Herbst ist eine Kalkung noch möglich.
Vor dem Kalken lockern Sie zunächst den Boden etwas auf, indem Sie ihn vertikutieren oder aerifizieren. Wie Sie dabei am besten vorgehen, erklären wir in folgenden Artikeln:
Für einen leicht sauren Boden reichen in der Regel 100 g/m2, für einen stark sauren Boden sollten Sie bis zu 200 g/m2 nehmen. Damit der Kalk sich auch gleichmäßig auf dem Rasen verteilt, empfehlen wir, einen Streuwagen zu verwenden.
Anschließend den Rasen gründlich wässern, damit der Kalk gut einwirken kann und dann etwa vier Wochen ruhen lassen. Dann können Sie den pH-Wert des Gartenbodens erneut prüfen.
Sie hätten gerne eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Rasen kalken? Dann werden Sie hier fündig:
Sicherheit geht vor!
Tragen Sie bei der Ausbringung von Rasenkalk immer Handschuhe und achten Sie darauf, dass Sie den Kalk nicht direkt einatmen. Kinder und Haustiere sollten den Rasen erst wieder betreten, wenn der Kalk gut eingewässert ist.
Achtung: Verwenden Sie kohlensauren Kalk! Branntkalk und Löschkalk sind stark ätzend und können nicht nur den Rasen verbrennen, sondern auch Ihre Gesundheit gefährden.
Die häufigsten Anwendungsfehler
Bei der Anwendung von Rasenkalk kann vieles falsch gemacht werden – und das kann schwerwiegende Folgen haben. Im schlimmsten Fall sieht der Rasen am Ende schlimmer aus als vorher. Wir haben daher die häufigsten Anwendungsfehler hier zusammengefasst:
Überkalkung: Zu viel Kalk verwendet
Kalk ist kein Dünger, sondern ein Mittel, um einen aus den Fugen geratenen pH-Wert zu korrigieren. Entsprechend sollte Kalk niemals regelmäßig als „Vorsorge“ angewendet werden, sondern nur, wenn nötig. Eine regelmäßige Anwendung führt nämlich zu einer Überkalkung. Dann kippt der Boden von sauer zu alkalisch, was dem Rasen ebenfalls schadet.
Falscher Zeitpunkt
Kalk sollte immer im frostfreien Frühjahr oder Herbst ausgebracht werden. Streut man ihn auf noch gefrorenem Boden, kann er nicht wirken. Streut man Kalk im Hochsommer, ist der Boden zu sehr durch die Hitze gestresst – auch Verbrennungen sind keine Seltenheit.
Kalk als Moosentferner
Moos wächst häufig auf zu sauren Böden. In diesem Fall kann Kalk helfen, den pH-Wert zu optimieren und dem Moos die Grundlage zu entziehen. Doch Moss im Rasen kann viele Ursachen haben: Staunässe, Nährstoffmangel und ein zu verdichteter Rasen können ebenfalls das Wachstum von Moos begünstigen. In diesem Fall hilft das Ausbringen von Rasenkalk gegen Moos nicht.
Rasenkalk und Dünger gleichzeitig verwenden?
Wer erste kahle Stellen im Rasen bemerkt, greift häufig erst zu Rasendünger und dann zu Rasenkalk. Doch Rasenkalk und Rasendünger sollten nie gleichzeitig verwendet werden. Der saure Dünger neutralisiert die Wirkung des basischen Kalks, während der Kalk mit dem ammoniumhaltigen Dünger reagiert und den Stickstoff für die Pflanzen unbrauchbar macht.
Zwischen der Verwendung von Kalk und Dünger sollten daher immer mindestens vier Wochen liegen, besser acht.
Benötigt Ihr Rasen Kalk und Dünger, sollten Sie zuerst zum Kalk greifen, um den pH-Wert des Bodens zu korrigieren. Mit einem idealen pH-Wert kann der Boden die Nährstoffe des Düngers besser aufnehmen.
Bodenverbesserer im Vergleich
Wenn der Rasen verblasst, sich gelb färbt oder sich Unkraut und Moos breit machen, gibt es auf dem Markt neben Kalk noch viele weitere Bodenverbesserer. Doch was kann Rasenkalk und für welche Probleme sind andere Bodenverbesserer oder Dünger besser geeignet?
Produkt | Hauptwirkung | Wann sinnvoll? | Risiko bei falscher Anwendung | Verändert pH-Wert? | Liefert Nährstoffe? | Verbessert Struktur? |
|---|---|---|---|---|---|---|
Rasenkalk | Neutralisiert sauren Boden | Viel Moos, schlechter Wuchs, pH < 5,5-6 | Überkalkung, Nährstoffblockade und Gelbfärbung | Ja | Nein | Indirekt |
Kompost | Humusaufbau, Bodenbelebung | Rasen dünn, Lücken im Rasen, wenig Bodenleben | Rasen verfilzt | Kaum | Ja | Stark |
Organischer Dünger | Langsame Nährstoffversorgung | Blasser Rasen, langsames Wachstum | Überdüngung | Nein | Ja (NPK) | Mittel |
Mineralischer Dünger | Schneller Wachstumsschub | Kein direkter Bedarf, aber Rasen soll schneller wachsen | Verbrennung bei Überdosierung | Nein | Ja (gezielt) | Nein |
Humus | Aktiviert Bodenleben | Harter Boden, Wasser läuft schlecht ab | Kein Risiko | Nein | Kaum | Ja |
Sand | Drainage verbessern | Wasser läuft schlecht ab, Boden ist lehmig und stark verdichtet | Zu viel verfestigt Boden | Nein | Nein | Ja |
Wo bekomme ich Rasenkalk her?
Rasenkalk erhalten Sie in allen gut sortierten Gartencentern, wo er meist als Gartenkalk verkauft wird. Doch auch online besteht die Möglichkeit, Kalk zu kaufen und ihn sich liefern zu lassen.
Welcher der beste Rasenkalk ist, hängt von vielen Faktoren ab. Achten Sie daher beim Kauf vor allem darauf, dass der Rasenkalk chemiefrei ist. In den meisten Sorten wird kohlensaurer Kalk verwendet. Dieser ist natürlich und somit umweltverträglich. Ganz sicher können Sie sein, wenn es sich um Bio-Rasen Kalk handelt.
Wenn sich der Kalk schnell lösen soll, empfehlen wir pulverisierten Kalk. Dieser kann allerdings stauben, wenn Sie ihn ausbringen. Das passiert bei gekörntem Kalk nicht. Damit sich der Kalk wirklich löst, sollten Sie auf die Reaktivität achten. Vorgeschrieben ist eine Reaktivität von 10 %. Wird dieses Kriterium nicht erfüllt, wird der Rasenkalk den Boden nicht verbessern.
Unser Fazit
Rasenkalk kann helfen, den pH-Wert saurer Böden auszugleichen und das Rasenwachstum zu fördern. Sie sollten jedoch immer vorher den pH-Wert prüfen, um eine Überkalkung zu vermeiden. Die richtige Anwendung zum richtigen Zeitpunkt ist entscheidend für die Wirksamkeit von Rasenkalk.
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