Hochbeet-Erde erneuern: Wann, wie und warum es sinnvoll ist
Der große Vorteil eines Hochbeets sind die verschiedenen Schichten, die mit der Zeit verrotten und Wärme freisetzen. Verrotten die Schichten jedoch mit der Zeit zu stark, fallen sie ineinander zusammen: Zeit die Hochbeet-Erde zu erneuern!
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Ein Hochbeet ist nicht nur etwas Besonderes, weil es hoch ist und man sich deshalb zum Gärtnern nicht bücken muss. Auch die richtige Schichtung bietet dem Hobbygärtner viele Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Erdbeet. Durch die Verrottung der organischen Bestandteile ist die Temperatur im Hochbeet nämlich gut 5 °C höher als im Erdbeet. Das beschleunigt das Wachstum der Pflanzen und fördert eine reiche Ernte. Die kontinuierliche Verrottung verlangt von Ihnen aber auch, dass Sie regelmäßig die Hochbeet-Erde austauschen.
Wann sollte man die Hochbeet-Erde erneuern?
Zunächst einmal muss zwischen einer teilweisen und einer kompletten Erneuerung der Hochbeet-Erde unterschieden werden. Durch die kontinuierliche Verrottung ist es vollkommen normal, dass die Erde im Hochbeet jährlich um etwa 10 bis 20 cm absackt. Nur wegen ein paar Zentimetern müssen Sie jedoch nicht gleich die gesamte Hochbeet-Erde austauschen. In den ersten Jahren ist es vollkommen ausreichend, das Hochbeet einfach mit frischer Erde und Kompost aufzufüllen. So werden die Nährstoffe erneuert und es kommt nicht zu geringeren Erträgen bei der Ernte.
Nach gut fünf Jahren ist dann allerdings der Punkt gekommen, an dem das verrottbare Material aufgebraucht ist und das Hochbeet nur noch mit normaler Erde befüllt ist. Und das ist schließlich nicht der Sinn eines Hochbeets, bei dem viele der Vorteile auf die korrekte Schichtung angewiesen sind. Spätestens dann ist also der Punkt erreicht, an dem die Hochbeet-Erde gewechselt werden muss. Das ist keine leichte Aufgabe, lohnt sich aber definitiv: Denn, während Sie im Hochbeet die Erde erneuern, können Sie gleichzeitig die ursprüngliche Schichtung wiederherstellen, von der der gärtnerische Erfolg des Hochbeets abhängt.
Warum ist die Erneuerung wichtig?
Wenn die Materialien im Hochbeet verrotten, sorgt das nicht nur dafür, dass die Schichten in sich zusammenfallen, sondern auch dass die Vorteile, die ein Hochbeet ausmachen, langsam verrotten und verschwinden.
Nicht nur, dass die Verrottung selbst irgendwann ausbleibt, weil kein Material zum Verrotten mehr da ist, ohne die groben unteren Schichten verdichtet sich auch der Boden. Das führt zu einer schlechteren Drainage, was sich wiederum negativ auf das Pflanzenwachstum und die Wurzelgesundheit auswirkt.
Besteht das Hochbeet nur noch aus Erde, ist es entsprechend nicht mehr als ein einfaches Tischbeet mit einer schlechteren Drainage. Die Mühe, die Hochbeet-Erde zu wechseln, sollten Sie sich daher unbedingt machen.

Welche Erde ist ideal fürs Hochbeet?
Erde macht lediglich die oberste Schicht im Hochbeet aus, doch hier kommt es darauf an, wie Sie die Hochbeet-Erde mischen. Nehmen Sie nicht einfach reine Gartenerde! Als Grundmischung können Sie 60% Gartenerde und 40% reifen Kompost nehmen.
Möchten Sie gleich zu Beginn Starkzehrer pflanzen, darf es auch mehr Kompost sein. Eine Mischung aus 50% Kompost, 30% Gartenerde und 20% Humus ist hierfür ideal.
Für ein Beet aus Schwachzehrern oder etwa einem Kräuterbeet aus mediterranen Kräutern kann die Mischung etwas spärlicher ausfallen. Nehmen Sie hierfür 50% Gartenerde, 30% Sand und 20% Kompost.
Wie funktioniert die Erneuerung Schritt für Schritt?
Eine teilweise Erneuerung in den ersten Jahren ist denkbar einfach. Tragen Sie im Frühjahr einfach die obersten 10 bis 20 cm ab und füllen Sie das Beet anschließend mit frischer Erde und reifem Kompost auf. Schon ist das Hochbeet wieder bereit, um bepflanzt zu werden.
Muss das komplette Hochbeet erneuert werden, ist das ein größeres Unterfangen:
Erde abtragen: Tragen Sie die Erde schichtweise ab. Die Erde muss nicht weggeworfen werden. Sieben Sie sie durch, kann sie danach im Gartenbeet verteilt werden oder mit neuer Erde gemischt erneut in der oberen Schicht des Hochbeets verwendet werden.
Hochbeet und Unterbau prüfen: Ist das Hochbeet einmal leer, nutzen Sie die Möglichkeit, zu gucken, wie das Holz von innen aussieht und ob der Wühlmausdraht am Boden noch hält, und tauschen Sie gegebenenfalls Elemente aus.
Neu schichten: Anschließend kann das Hochbeet neu geschichtet werden.
Wie die Schichtung eines Hochbeets genau funktioniert, erfahren Sie in folgendem Artikel:
Nach dem Auffüllen bepflanzen Sie das Hochbeet nicht sofort. Lassen Sie es zunächst zwei Wochen ruhen. In dieser Zeit sackt die Erde meist etwas ein. Füllen Sie das Hochbeet dann einfach vor dem Bepflanzen erneut mit frischer Erde auf.
Unser Fazit
Ein Hochbeet sollte etwa alle fünf Jahre vollständig erneuert werden, um optimale Erträge und gute Drainage zu gewährleisten. Zwischendurch reicht es, die oberste Schicht mit frischer Erde und Kompost aufzufüllen. Vermeiden Sie die frühzeitige Erneuerung der gesamten Erde und achten Sie auf eine korrekte Schichtung, sobald Sie die Hochbeet-Erde komplett erneuern.
Häufige Fehler
Hier haben wir noch einmal die häufigsten Fehler zusammengefasst, die immer wieder beim Erneuern der Hochbeet-Erde auftreten und erklären, wieso man sie vermeiden sollte und wie man es besser macht:
Zu früher Austausch
Viele Menschen tauschen die komplette Hochbeeterde bereits nach zwei bis drei Jahren aus. Sie denken, sobald die Nährstoffe im Boden nachlassen, wird es Zeit, die komplette Erde auszutauschen. Doch ein Hochbeet ist auch nichts anderes als ein gewöhnliches Gartenbeet, das etwas höher gelagert ist. Und bei einem gewöhnlichen Gemüsebeet tragen Sie schließlich auch nicht jährlich die komplette Erde ab und erneuern sie. In einem Hochbeet reicht es entsprechend auch, die Erde zu düngen und/oder Kompost in die Erde einzuarbeiten, um den Nährstoffgehalt wieder aufzufüllen.
Ein kompletter Austausch ist tatsächlich erst nötig, wenn die Schichtung komplett in sich zusammenfällt. Sparen Sie sich also den Aufwand die Erde vor dem Ablauf von fünf Jahren komplett auszutauschen. Sie machen sich damit nur unnötig viel Arbeit.
Erde wiederverwenden
Es ist nicht grundsätzlich ein Fehler, die Erde im Hochbeet wiederzuverwenden. Tatsächlich sollten Sie die Erde sogar durchsieben und dann erneut verwenden. Alles andere wäre pure Verschwendung.
Es gibt jedoch eine entscheidende Ausnahme: Hatten Sie einen akuten Befall von Schädlingen oder einer Pflanzenkrankheit im Beet, sollte die Erde nicht mehr wiederverwendet werden. So verschleppen Sie nur die Schädlinge und Krankheiten unnötig weiter.
Ungünstige Mischung
Beim Neuaufbau des Hochbeets achten Sie unbedingt auf eine korrekte Schichtung und verwenden Sie nur geeignetes Material in einem sinnvollen Verhältnis zueinander. Ist die Erde zu sandig, trocknet sie zu schnell aus. Ist zu viel Rasenschnitt im Beet, fault dieser weg. Ist die unterste, grobe Schicht zu dünn, funktioniert die Drainage nicht richtig.
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