Die korrekte Schichtung

Drainage fürs Hochbeet: Warum sie wichtig ist & wie sie funktioniert

Im Herbst ist die beste Zeit, ein Hochbeet zu bauen: Im Garten fällt viel Grünschnitt an, der zum Befüllen des Hochbeets genutzt werden kann. Bei der Schichtung im Hochbeet ist neben dem richtigen Material auch eine funktionierende Drainage wichtig!

Drainage fürs Hochbeet
Jede Menge Zweige und Äste, die bei der Gartenarbeit angefallen sind, eignen sich prima als Drainage fürs Hochbeet. Foto: sidm / Archiv
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Warum ist eine gute Drainage im Hochbeet wichtig?

Pflanzen benötigen Wasser zum Wachsen, doch Staunässe vertragen die wenigsten. Bleibt der Boden dauerhaft feucht, droht Wurzelfäule. Die Pflanzen wachsen schlechter, werden anfälliger für Krankheiten und sterben im schlimmsten Fall ab.

Bei Zimmerpflanzen lässt sich die Flüssigkeitszufuhr gut kontrollieren. Ein Hochbeet hingegen steht im Freien und ist starkem Regen schutzlos ausgesetzt. Wohin also mit dem überschüssigen Wasser?

Die Lösung: Eine gute Drainageschicht im Hochbeet. Sie garantiert, dass Wasser zuverlässig abfließen kann und sich keine Staunässe bildet. Nur so bleiben die Wurzeln gesund und die Pflanzen können sich kräftig entwickeln und wachsen.

Hochbeet-Schichtung: Der korrekte Aufbau

Viele Menschen sehen ein Hochbeet und denken, es handele sich dabei um ein einfaches Beet mit Erde – womöglich mit einem Zwischenboden, damit nicht der komplette Aufbau mit teurer Pflanzenerde befüllt werden muss. Dabei handelt es sich bei der Hochbeet-Schichtung um ein komplexes System, bei dem jede Schicht jeweils eine wichtige Funktion erfüllt.

Grundsätzlich gilt: Grobes Material gehört nach unten, feines nach oben. So wird sichergestellt, dass Feuchtigkeit im Wurzelbereich gespeichert wird, während überschüssige Feuchtigkeit gut abfließen kann.

Das folgende Bild zeigt den typischen Aufbau eines Hochbeets inklusive Drainageschicht:

Hochbeet anlegen
Schichtenfolge von unten nach oben: Kaninchendraht, grobe Äste, Häckselgut, abgestochener Grassoden, Laub & Grünschnitt, Rohkompost, Humus & Muttererde Foto: sidm / JB

Für eine funktionsfähige Drainage sind vor allem die untersten beiden Schichten entscheidend. Sie sollten aus groben Ästen und Zweigen bestehen. Darüber folgt eine Schicht aus Häckselgut.

Materialien für die Drainage

Als unterste Schicht werden im Hochbeet oft Tonscherben oder Kiesel empfohlen, die als Drainageschicht dienen sollen. Doch so eine Schicht ist als Hochbeet-Drainage nur minder gut geeignet: Sie verschlammt schnell und fördert dann sogar Staunässe im Beet – ein Zustand, den die Drainageschicht im Hochbeet ja eigentlich vermeiden soll. Außerdem hat man dann später beim Erneuern der Hochbeet-Erde alles voller Steine, die man mühsam von Hand aussortieren muss.

Die besten Drainagematerialien fürs Hochbeet sind organisch. Grobe Äste und Zweige sowie Häckselgut verhindern nicht nur Staunässe, sondern sorgen darüber hinaus auch für eine gute Durchlüftung des gesamten Hochbeetes. Wer den Zeitpunkt im Herbst verpasst hat, kann beim Rückschnitt der Obstbäume die ausgelichteten Zweige verwenden, um sie im leeren Hochbeet als natürliche und dauerhafte Drainage aufzuschichten.

Schritt für Schritt: Drainage im Hochbeet anlegen

  1. Boden vorbereiten: Da ein Hochbeet in der Regel keinen festen Boden hat, sollte der Erdboden mit Kaninchendraht ausgelegt werden. So wird verhindert, dass Wühl- und Feldmäuse eindringen.

  2. Drainageschicht: Es folgen ein bis zwei Schichten aus groben Ästen, Zweigen, Häckselgut und grobem Mulch. Diese grobe Schicht verhindert Staunässe und garantiert eine gute Luftzirkulation.

  3. Zwischenschicht: In der Mitte befindet sich eine Schicht aus Grassoden, Laub und Rasenschnitt. Sie speichert Feuchtigkeit und verhindert, dass die feine obere Schicht nach unten durchsickert.

  4. Verrottungsschicht: Es folgt eine Schicht aus reifem Kompost, der bei Bedarf mit etwas Mist angereichert werden kann. Diese Schicht setzt im Laufe der Zeit Nährstoffe frei und entwickelt durch die Verrottung Wärme. Beides fördert ein schnelles und kräftiges Pflanzenwachstum.

  5. Pflanzschicht: Ganz oben folgt die Muttererde, in der Sie noch etwas Feinkompost einarbeiten können. In dieser Schicht wachsen die Pflanzen.

Das Video zeigt im Detail, in welcher Reihenfolge die Schichten im Hochbeet eingebracht werden sollten, um eine stabile Rotte in Gang zu setzen und eine gute Drainage zu garantieren:

Video Platzhalter
Video: Xcel Produktion

Pflege & Nutzung nach dem Aufbau

Im Laufe des Rotteprozesses ist es ganz natürlich, dass das Beetinnere allmählich absackt, wenn die Drainage aus Zweigen und Ästen verrottet und die Hochbeet-Erde dazwischen rieselt. Im Frühjahr sollte jährlich etwas Gartenerde und Kompost nachgefüllt werden. Nach ca. fünf Jahren sollte der Rotteprozess abgeschlossen sein, dann sollten Sie alle Schichten im Hochbeet komplett neu anlegen.

Häufige Fehler bei der Schichtung

Bei der Schichtung des Hochbeets kommt es häufig zu Fehlern, die sich entscheidend auf die Wirksamkeit der Drainage auswirken können. Wir haben hier die häufigsten Fehler zusammengefasst:

Falsche Schichtung

Eine falsche Schichtung kommt bei Hochbeeten häufig vor. Einige der häufigsten Fehler, die Sie machen können, sind:

  1. Vertauschte Schichten: Feines Material nach unten und grobes Material nach oben? Eine falsche Reihenfolge in der Schichtung führt dazu, dass die Pflanzen keinen stabilen Halt finden und sich Wasser im unteren Bereich staut.

  2. Drainageschicht zu dünn: Die Drainageschicht sollte etwa 30 cm dick sein. Ist sie zu dünn, kann überschüssiges Wasser nicht ausreichend abfließen und es kommt zu Staunässe.

  3. Keine Zwischenschicht: Ohne eine Schicht aus Laub und Grassoden rieselt die feine Erde nach unten und verstopft die Zwischenräume. Dadurch wird der Wasserabfluss behindert.

  4. Zu dicke Zwischenschicht: Die Zwischenschicht soll Wasser speichern. Ist sie jedoch zu dick, faulen die Grassoden sehr schnell und werden matschig.

Zu dichte Materialien

In einem Hochbeet muss das Wasser in jeder Schicht gut abfließen können. Das ist beispielsweise nicht gegeben, wenn als Pflanzerde schwere Lehmerde verwendet wird oder wenn die Grassoden und der Rasenschnitt zu dick geschichtet werden und bereits feucht sind. Dann kann die Drainageschicht ihre Funktion nicht erfüllen, da das Wasser gar nicht erst bis dorthin gelangt.

Ein gutes Hochbeet sollte sich in jeder Schicht locker und luftig anfühlen, niemals schwer und verdichtet.

Unser Fazit

Die richtige Schichtung ist für ein Hochbeet das A und O – nicht nur, um eine optimale Verrottung in Gang zu setzen, sondern auch, um eine funktionierende Drainage zu gewährleisten. Nur so ist sichergestellt, dass die Pflanzen im Hochbeet kräftig wachsen und nicht durch Staunässe geschädigt werden.

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