Winterlinge pflanzen, vermehren und pflegen

Anders als viele andere Pflanzen kann man Winterlinge schon früh im Jahr entdecken. Sie gehören somit zu den ersten Frühlingsboten. Doch was genau sind Winterlinge? Und was muss man bei der Pflege beachten?

Winterlinge pflanzen, pflegen & vermehren
Die gelben Blüten kündigen den Frühling an. Foto: iStock / Barbara Reichardt
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Mit ihren leuchtend gelben Blüten stechen Winterlinge im sonst so tristen und grauen Winter stark heraus. Und das bereits sehr früh im Jahr. Denn selbst Schnee kann die kleinen Pflanzen nicht davon abhalten, ihre Blütenköpfe und Blätter aus der Erde zu strecken. Schon bald darauf entfalten sich dann die kleinen Blüten und sorgen für echte Frühlingsgefühle. Alles, was man dann über die Frühblüher wissen sollte, erfahren Sie hier.

Was sind Winterlinge?

Der Winterling (Eranthis hyemalis) ist eine der ersten Frühlingsblumen und gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse. Er ist frost- und winterhart und stammt ursprünglich aus Südeuropa. Doch auch in Deutschland kann man den Winterling finden. Dabei wird er eher seltener spontan in Gärten entdeckt. Sie finden ihn und seine hübschen Blüten aber häufig in Parks und Grünanlagen.

Übrigens: Winterlinge sind nicht die einzigen Winterblüher. Welche es noch gibt, zeigt das Video:

Video Platzhalter
Video: Glutamat

Die blühenden Winterlinge haben, wie bereits erwähnt, gelbe Blüten, die mit etwa 2,5 cm Durchmesser recht klein sind. Die Blüten sitzen direkt am oberen Ende der langen Stängel. Unter den Blüten befinden sich die leicht herabhängenden Blätter. Gut zu wissen: Aufgrund des vielen Nektars in den Blüten ist der Winterling bei Bienen eine sehr beliebte Pflanze.

Aber Vorsicht: Auch wenn der Winterling harmlos aussieht, ist er sehr giftig! Besonders die Knollen enthalten Glykoside, die beim übermäßigen Verzehr zum Herzstillstand führen können. Doch selbst kleine Mengen können Vergiftungssymptome wie Erbrechen, Übelkeit und Atemnot hervorrufen. Nach dem Kontakt sollten Sie sich also immer die Hände waschen und Kinder und Haustiere von den Pflanzen fernhalten. Es gibt aber noch mehr giftige Pflanzen im Garten.

Der richtige Standort

In seiner ursprünglichen Heimat wächst der Eranthis hyemalis vor allem in feuchten Laubwäldern, Gebüschen und in Weinbergen. Wichtig ist dem Winterling, dass der Boden locker, leicht sandig und durchlässig ist. Am besten ist es, wenn der Boden in Ihrem Garten tiefgründig ist. Ein leicht saurer bis alkalischer pH-Wert ist ideal. Zu trocken oder zu nass darf der Gartenboden nicht sein.

An windgeschützten und halbschattigen Standorten kann der kleine Winterling auch in Ihrem Garten wachsen. Dabei mag er es unter Bäumen zu stehen, die vor allem an sonnigen Tagen ausreichend Schatten spenden. Winterlinge können Sie auch in einen Topf pflanzen. Da er tiefe Wurzeln bildet, sollten Sie ihn aber im nächsten Frühjahr ins Gartenbeet setzen. Dort kann er sich dann verbreiten und einen dichten Blütenteppich bilden.

Wann ist Blütezeit?

Anders als Schneeglöckchen oder Krokusse, die auch bereits im Frühjahr blühen, kann der Winterling sich noch früher zeigen. Das liegt daran, dass ihm Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zum Treiben ausreichen. Das wird ermöglicht, da die unterirdischen Knollen viele Nährstoffe speichern und so einen schnellen Austrieb erlauben. Die ersten Triebe und Blätter können Sie daher bereits im Februar erwarten. Die Blütezeit dauert dann etwa bis März.

Was macht man mit Winterlingen, wenn sie verblüht sind?

Nach etwa einem Monat verblühen die Hahnenfußgewächse. Auch wenn Sie jetzt nicht mehr ganz so hübsch aussehen, sollten Sie diese aber jetzt noch nicht entfernen. Denn in den verwelkten Blüten stecken noch viele Nährstoffe, die sich die Knolle zurückholen und für den nächsten Austrieb speichern kann. Wenn sich dann, oft im Mai, die Stiele und Blätter ebenfalls gelb verfärben, können Sie die Winterlinge schneiden oder einfach mähen.

Winterlinge: Samen
Die Samen der Winterlinge bilden sich in den Blüten. Foto: iStock / seven75

Praxistipp: Etwa zwischen März bis Mai bilden sich aus den Blüten Früchte. In diesen entstehen die relativ großen Samen. Da Sie diese zur Vermehrung nutzen können, sollten Sie die Samen aufsammeln. Doch jetzt heißt es schnell sein, denn bereits beim ersten Regen werden die Samen von der Pflanze aus Ihrer Hülle herausgeschleudert. Und wichtig: Nicht alle Sorten bilden Samen aus.

Winterlinge richtig pflanzen

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen sind die Monate zwischen September bis November. Beim Pflanzen können Sie entweder die Knollen in den Boden setzen oder blühende Eranthis hyemalis kaufen und diese im Frühjahr in den Garten setzen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, die Knollen einzupflanzen, sollten Sie diese über Nacht zuvor in lauwarmem Wasser einweichen. Ansonsten trocknen diese und ihr Nährstoffspeicher sehr schnell aus. Das Einweichen sorgt außerdem dafür, dass die Pflanzen schneller im Garten anwurzeln.

Bevor Sie die Eranthis dann einfach in den Garten oder in einen Topf setzen, sollten Sie den Boden etwas auflockern. Wichtig ist, dass zwischen den Zwiebeln dann etwa drei bis fünf Zentimeter Abstand liegen. Die Winterlinge sollten Sie dabei in eine Tiefe von acht bis zehn Zentimetern einpflanzen und dann mit etwas Kompost bedecken. 

Praxistipp: Sie können den Kompost auch etwas in die Erde einarbeiten.

Wie sieht die Pflege aus?

Eigentlich ist der Winterling recht pflegeleicht. Besonders in der Blütezeit, die sehr kräftezehrend ist, regnet es meistens ausreichend. Das heißt, dass Sie die Eranthis in dieser Zeit nicht gießen müssen. Wenn es zu wenig regnet, können Sie die Winterlinge einmal durchdringend wässern. Achten Sie dabei aber darauf, dass es in den nächsten Tagen nicht zu Frost kommt.

In den Sommermonaten verbleiben die Knollen in der Erde und erhalten meist über ihre Beetnachbarn ausreichend Wasser. Sollte es aber einmal sehr heiß und trocken werden, sollten Sie die Winterlinge gießen.

Nach dem Pflanzen sollten Sie die Bodenbearbeitung komplett auslassen. Denn ansonsten können Sie die empfindlichen Wurzeln verletzen. Humus sollten Sie daher auch nur auf der Oberfläche verteilen und nicht in den Boden einarbeiten. Gerade nach der Blütezeit können Sie die Pflanze mit einem milden Langzeitdünger oder Kompost etwas unterstützen.

Vermehrung durch Teilung und Samen

Winterlinge vermehren sich meist ganz selbstständig. Das geschieht vor allem durch die Verbreitung ihrer Samen. Diese werden von der Pflanze herausgeschleudert und dann in der Umgebung verteilt. Wenn Sie die Samen aus den Früchten der verwelkten Blüten schnell sammeln, können Sie diese ebenfalls auf einer freien Fläche verteilen..

Soll der Prozess etwas beschleunigt werden, können Sie die Eranthis hyemalis auch durch Teilung vermehren. Dadurch stechen Sie, am besten nach der Blütezeit, einzelne Pflanzen heraus und setzen diese an einer anderen Stelle wieder ein.

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