Birnengitterrost

Feuerrote Blätter sind im Herbst ein erfreulicher Anblick, im Sommer können sie an Birnbäumen jedoch nur eine Ursache haben: Birnengitterrost! Doch was ist Birnengitterrost eigentlich? Und wieso macht es keinen Sinn, ihn am Birnbaum zu bekämpfen?

Birnengitterrost auf Birnenblatt
Foto: Hans / Pixabay
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Birnengitterrost – auch Gymnosporangium sabinae – ist ein wirtswechselnder Rostpilz, der sich auf Wacholder und Birnbäumen ausbreitet. Vor allem asiatischer Wacholder, wie der Sadebaum und Chinesischer Wacholder, dienen ihm als Wirt, während der heimische Gemeine Wacholder von ihm nicht befallen wird. Aufgrund seines Wirtswechsels ist Birnengitterrost schwer zu bekämpfen. Wir verraten, wie es dennoch gelingen kann.

Praxistipp: Die Birnen von befallenen Bäumen sind weiterhin genießbar. Allerdings fällt die Ernte in der Regel sehr viel geringer aus.

Was ist Birnengitterrost?

Birnengitterrost ist ein wirtswechselnder Pilz. Er benötigt für seine Verbreitung sowohl Wacholder-Arten als auch Birnbäume. Im Laufe des Jahres durchläuft er so vier Zyklen:

  1. Teleutosporen: In diesen Sporen überwintert der Birnengitterrost auf dem Wacholder.
  2. Basidiosporen: Im Frühjahr bilden sich auf den Ästen des Wacholders gummiartige, orangefarbene Auswüchse. Die hier gebildeten Sporen werden durch den Wind auf die Blätter von Birnbäumen getragen.
  3. Spermogonien: Sie bilden sich auf der Blattoberseite und werden ab Mai/Juni durch orange-rote Verfärbungen auf der Blattoberseite sichtbar.
  4. Aecidosporen: Im Laufe des Sommers breitet sich der Pilz auf der Blattunterseite aus und bildet dort braune Wucherungen. Die Sporen, die darin entstehen, werden wiederum vom Wind davongetragen und infizieren erneut einen Wacholderbusch.

Birnengitterrost auf der Unterseite eines Birnenblatts
Braune Wucherungen von Birnengitterrost auf der Blattunterseite eines Birnenblatts. Foto: A.Trettin / CC BY 3.0 DE

Während der Wacholder von einem solchen Befall meist keine nennenswerten Schäden davonträgt, können Birnbäume je nach Ausgangslage erheblich beschädigt werden. Ältere, gesunde Bäume stecken einen Befall meist gut weg und nehmen höchstens Schaden, wenn sie sich jährlich immer wieder infizieren. Junge oder vorgeschädigte Pflanzen können jedoch bereits bei einem einmaligen Befall schwere Schäden davontragen. Wir verraten daher, wie Sie den Birnengitterrost effektiv bekämpfen.

Birnengitterrost bekämpfen

Man könnte meinen, dass eine Bekämpfung von Birnengitterrost besonders leicht ist, schließlich befällt er sowohl Wacholder als auch Birne und kann daher an zwei Fronten bekämpft werden. Allerdings ist das auch gerade das Tückische, denn sobald ein Blatt mit Birnengitterrost befallen ist, lässt sich der Pilz nur noch eindämmen, nicht aber töten. Daher ist eine vorbeugende Behandlung mit Schachtelhalm-Extrakt oder Fungiziden die einzige Möglichkeit, einen Befall zu verhindern. Da ein Birnbaum sich jedoch jedes Jahr aufs Neue infizieren muss, um an Birnengitterrost zu erkranken, lässt sich nie voraussagen, ob eine Behandlung im aktuellen Jahr sinnvoll oder überhaupt nötig ist.

Birnengitterrost auf Wacholder
Auswüchse von Birnengitterrost auf Wacholder. Foto: Wilhelm Zimmerling PAR, Birnengitterrost auf Etagenwacholder 05, CC BY-SA 4.0

Um Birnengitterrost zu bekämpfen, hat sich daher eine simple aber effektive Methode durchgesetzt: Entfernen Sie den Wacholder! Da die Pilzsporen im Zweifelsfall über 500 Meter durch die Luft fliegen können, ist dabei in der Nachbarschaft oft Teamwork gefragt. Sind Ihre Birnbäume häufig von Birnengitterrost betroffen, in Ihrem Garten befindet sich jedoch kein Wacholder, bleibt ein aufklärendes Gespräch mit den Nachbarn nicht aus. Häufig reicht es auch bereits aus, wenn diese die befallenen Pflanzenteile entfernen, um das Ansteckungsrisiko für umliegende Birnbäume zu minimieren. Haben Sie selbst einen Wacholderbusch in Ihrem Garten, achten Sie daher im Frühjahr besonders auf die verräterischen Auswüchse an den Ästen und entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort.

Birnengitterrost: Resistente Sorten

Möchten Sie einen Birnbaum im Garten pflanzen und es befinden sich Wacholderbüsche in der näheren Umgebung, ist es sinnvoll sich nach einer Sorte umzusehen, die für den Pilz weniger anfällig ist. Komplett resistent ist allerdings keine Sorte. Zu den weniger anfälligen Sorten gehören unter anderem: Clapps Liebling, Bunte Julibirne, Birne Trevoux, Gräfin von Paris und Benita. Stärker anfällig für Birnengitterrost sollen hingegen die Sorten Williams Christ, Alexander Lukas und Vereinsdechant sein.

Sind Birnen essbar bei Birnengitterrost-Befall?

Die einfache Antwort lautet: ja! Warum sind die Früchte essbar, wenn der Brinbaum unter Birnengitterrost leidet? Weil die Pflanzenkrankheit nur das Laub des Baumes befällt. Allerdings sind viele Blätter vom Birnengitterrost befallen, wird der Obstbaum unter Umständen derart geschwächt, dass auch die Fruchtbildung leidet. Manchmal schmecken die von Birnengitterrost befallenen Birnen daher "komisch", sind hart und nicht besonders süß oder nicht so saftig wie gewohnt.
Praxistipp: Da Birnengitterrost ein Pilz ist, sollten Sie die vom befallenen Birnbaum geerntetten Früchte in jedem Fall vor dem Verzehr sorgfältig abspülen (wie jedes Obst). Lagerfähig sind die Birnen von kranken Bäumen allerdings meist nicht.

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