Funktionsweise, Einsatzzweck, Vorteile und Co.

Brauchwasser-Wärmepumpe: Nutzen und Grenzen

Brauchwasser-Wärmepumpen heizen Wasser mit Energie aus Umgebungsluft. Sie sind eine spezialisierte Alternative zu großen Heizungswärmepumpen, mit eigenen Vorteilen.

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Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Während Heizungswärmepumpen Gebäude komplett mit Wärme versorgen, kümmert sich die Brauchwasser-Wärmepumpe ausschließlich um die Warmwasserbereitung. Diese Spezialisierung macht sie zu einer interessanten Option für bestimmte Anwendungsszenarien.

Wärmepumpen-Typen und die Brauchwasser-Spezialisierung

Wärmepumpen lassen sich grundsätzlich nach ihrer Wärmequelle und ihrem Einsatzbereich klassifizieren. Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen Außenluft, Sole-Wasser-Wärmepumpen erschließen Erdwärme, und Wasser-Wasser-Wärmepumpen zapfen Grundwasser an. Diese Systeme dienen primär der Gebäudeheizung und erreichen Leistungen zwischen fünf und 20 Kilowatt für Einfamilienhäuser. Hybridwärmepumpen kombinieren die Technologie mit Gas- oder Ölbrennern für extreme Kältephasen. Allen gemein ist das thermodynamische Grundprinzip: Sie entziehen einer Wärmequelle Energie und heben diese auf ein höheres Temperaturniveau. 

Die Brauchwasser-Wärmepumpe sticht aus diesem Portfolio hervor, da sie ausschließlich für die Trinkwassererwärmung konzipiert ist. Sie nutzt die Umgebungsluft zu Hause, um Warmwasser zu erzeugen und ist damit deutlich kleiner und kostengünstiger als Heizungswärmepumpen. Während große Wärmepumpen das gesamte Gebäude temperieren, beschränkt sich die Brauchwasser-Variante auf die Erwärmung von Trinkwasser für Küche, Bad und Dusche. Diese Spezialisierung ermöglicht kompakte Bauformen mit integriertem Warmwasserspeicher und macht sie zur idealen Ergänzung bestehender Heizsysteme oder zur dezentralen Warmwasserbereitung. 

Funktionsprinzip der Brauchwasser-Wärmepumpe

Die Brauchwasser-Wärmepumpe arbeitet nach dem identischen thermodynamischen Prinzip wie größere Heizungswärmepumpen, nutzt jedoch ausschließlich Raumluft als Wärmequelle. Ein integrierter Ventilator saugt die Umgebungsluft aus dem Aufstellraum an und führt sie über einen Verdampfer. Dort zirkuliert ein Kältemittel, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft und der Luft dabei Wärme entzieht. Die abgekühlte Luft wird zurück in den Raum oder nach außen geleitet, wobei sie gleichzeitig entfeuchtet wird. Ein elektrisch betriebener Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch sich Druck und Temperatur erhöhen

Im Verflüssiger gibt das heiße Kältemittelgas seine Energie an das Trinkwasser im integrierten Speicher ab und kondensiert dabei. Das Wasser erreicht Temperaturen zwischen 50 und 65 Grad Celsius, ausreichend für den täglichen Warmwasserbedarf. Ein Expansionsventil entspannt anschließend das flüssige Kältemittel, senkt Druck und Temperatur, bevor der Kreislauf von Neuem beginnt. Die Effizienz wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt und liegt bei Brauchwasser-Wärmepumpen zwischen 2,5 und 4,0. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen 2,5 bis vier Kilowattstunden Wärme für das Trinkwasser. Die besten Wirkungsgrade erreichen die Geräte bei Umgebungstemperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius. 

Wärmepumpe mit Brauchwasserkessel im Heizungsraum
Brauchwasser-Wärmepumpen werden nur zur Warmwasser-Gewinnung genutzt. Lohnt sich das? Foto: istockphoto.com / matteogirelli

Kernvorteile der Warmwasser-Wärmepumpe

Brauchwasser-Wärmepumpen bieten mehrere überzeugende Vorteile gegenüber konventionellen Warmwasserbereitern. Verglichen mit einem Elektro-Boiler oder Durchlauferhitzer können bis zu 70 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Bei Öl oder Gas ist die Ersparnis stark vom Preis abhängig und in der Regel niedriger. Die Unabhängigkeit vom zentralen Heizsystem ermöglicht im Sommer allerdings auch das komplette Abschalten von Öl- oder Gasheizungen, was deren Lebensdauer verlängert und Brennstoffkosten reduziert. Wärmepumpen arbeiten nahezu wartungsfrei und benötigen keine Schornsteinanschlüsse oder Abgasleitungen. Der elektrische Betrieb in Kombination mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik-Anlage ermöglicht eine nahezu CO₂-freie Warmwasserbereitung. 

Ein zusätzlicher Nebeneffekt liegt in der Entfeuchtung der Raumluft. Brauchwasser-Wärmepumpen entziehen dem Aufstellraum kontinuierlich Feuchtigkeit und können damit Schimmelbildung in Kellern, Waschküchen oder Hauswirtschaftsräumen entgegenwirken. Pro Tag können einige Liter Kondenswasser anfallen, die über einen Ablauf entsorgt werden müssen. Die kompakte Bauweise mit integriertem Speicher vereinfacht die Installation erheblich. Moderne Geräte lassen sich zudem in Smarthome-Systeme einbinden und können ihre Betriebszeiten an günstige Stromtarife oder hohe Photovoltaik-Erträge anpassen. Die Lärmemission liegt mit 40 bis 50 Dezibel im moderaten Bereich und entspricht einem leisen Kühlschrank. 

Nachteile und Einschränkungen bei Brauchwasser-Wärmepumpen

Trotz ihrer Vorteile unterliegen Brauchwasser-Wärmepumpen bestimmten Limitierungen. Die Geräte arbeiten ausschließlich für die Warmwasserbereitung und können keine Heizungsunterstützung leisten. Bei sehr niedrigen Umgebungstemperaturen im Aufstellraum sinkt die Effizienz zudem deutlich ab, weshalb ungeheizte Kellerräume unter zehn Grad Celsius problematisch sind. In solchen Fällen müssen integrierte elektrische Heizstäbe die Warmwasserbereitung unterstützen, was den Stromverbrauch erhöht und die Wirtschaftlichkeit verschlechtert. Die Aufheizzeit des Wassers ist länger als bei Gas-Durchlauferhitzern, weshalb ausreichend dimensionierte Speicher erforderlich sind. 

Der Platzbedarf stellt eine gewisse Herausforderung dar. Eine Wärmepumpe für Warmwasser ist bis zu zwei Meter hoch und hat meist einen Durchmesser von einem halben Meter. Wichtig ist auch genügend Platz für die Luftzirkulation. Hier werden ein bestimmtes Raumvolumen (z. B. 20 Kubikmeter) und eine entsprechende Grundtemperatur vorausgesetzt. Die Betriebsgeräusche können zudem in hellhörigen Gebäuden stören, weshalb der Aufstellort sorgfältig gewählt werden sollte.  

In Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserversorgung ist die Installation aufwendiger als in Einfamilienhäusern. Bei sehr hartem Wasser können Verkalkungen die Effizienz reduzieren und regelmäßige Entkalkungen erforderlich machen. Die Investitionskosten liegen mitunter deutlich über denen einfacher Elektroboiler, können sich aber durch die Energieeinsparungen langfristig amortisieren. 

Eine schwarze außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Schnee vor einer Hauswand
Entgegen der landläufigen Meinung funktionieren Wärmepumpen auch im Winter. Das gilt für Heizungs-Varianten genauso wie bei Brauchwasser-Geräten. Foto: istockphoto.com / Klubovy

Ideale Anwendungsszenarien für eine Brauchwasser-Wärmepumpe

Brauchwasser-Wärmepumpen eignen sich besonders für Bestandsgebäude mit funktionierenden Öl- oder Gasheizungen, bei denen die Warmwasserbereitung über die Heizung erfolgt. Durch die Entkopplung kann der Heizkessel im Sommer komplett abgeschaltet werden, was die Effizienz der Gesamtanlage erheblich verbessert. Einfamilienhäuser mit Kellerräumen oder größeren Hauswirtschaftsräumen bieten ideale Voraussetzungen. Besonders effizient arbeiten die Geräte in Räumen mit konstanter Wärme, etwa neben Heizungsanlagen, Waschmaschinen oder Trocknern, da sie deren Abwärme nutzen können. 

Neubauten ohne zentrale Warmwasserbereitung profitieren ebenfalls von dieser Technologie, insbesondere wenn eine Photovoltaik-Anlage installiert ist. Die Kombination ermöglicht nahezu kostenfreie Warmwasserbereitung mit eigenem Solarstrom. Ferienhäuser oder saisonal genutzte Objekte stellen ein weiteres Einsatzgebiet dar, da die Geräte nur bei Bedarf betrieben werden müssen. Nachteil hier: Um die Sicherheit des Brauchwassers zu gewährleisten, muss der Speicher regelmäßig auf 60 Grad Celsius erhitzt werden.

Für Mehrfamilienhäuser mit dezentraler Warmwasserversorgung bieten sich kleinere Modelle mit 150 bis 200 Litern Speichervolumen für einzelne Wohneinheiten an. Weniger geeignet sind sehr kleine Wohnungen ohne separate Technikräume, schlecht gedämmte Altbauten mit hohem Heizwärmebedarf oder Gebäude ohne ausreichende Raumhöhe für die Installation. 

Investitions- und Betriebskosten einer Brauchwasser-Wärmepumpe

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe kostet ungefähr zwischen 2.000 und 3.000 Euro, wobei größere Modelle mit höherem Speichervolumen am oberen Ende dieser Spanne liegen. Wenn ein anderes Heizsystem an die Brauchwasser-Wärmepumpe angeschlossen werden soll, können durch Zusatzkomponenten Mehrkosten im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich entstehen. Die Installationskosten durch einen Fachbetrieb belaufen sich auf ca. 500 bis 1.500 Euro, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und notwendigen Anpassungen der Wasserinstallation. Elektrische Anschlussarbeiten und eventuelle Abwasserleitungen für das Kondenswasser können weitere Kosten verursachen. 

Bei einem Vier-Personen-Haushalt und den typischerweise eingebauten Leistungen kann mit jährlichen Stromkosten von rund 200 bis 330 Euro gerechnet werden. Ersparnisse gegenüber einer Öl- oder Gas-Variante bewegen sich je nach Preisniveau und Anlageneffizienz typischerweise im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Die konkreten Werte schwanken durch Preisunterschiede und Co. Die jährliche Wartung der Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb beschränkt sich auf minimale Arbeiten, etwa 100 Euro sollten eingeplant werden. Die Amortisationszeit der Investition liegt damit zwischen fünf und acht Jahren, abhängig von den individuellen Rahmenbedingungen und Förderungen. 

Planungsaspekte und Aufstellung einer Brauchwasser-Wärmepumpe

Die Wahl des optimalen Aufstellorts entscheidet maßgeblich über die Effizienz und Akzeptanz der Brauchwasser-Wärmepumpe. Es sollte regelmäßig warme Abluft im Aufstellraum vorhanden sein, um maximale Effizienz zu erreichen. Wie bereits erwähnt, sind Heizungskeller, Waschküchen oder Hauswirtschaftsräume für diese Anforderung ideal. Die Raumtemperatur sollte zudem ganzjährig bestenfalls über zehn Grad Celsius liegen, optimal sind 15 bis 25 Grad. Bei der Luftführung muss zwischen Umluft- und Abluftbetrieb unterschieden werden: Umluftbetrieb führt die abgekühlte Luft in denselben Raum zurück, während Abluftbetrieb sie nach außen leitet. 

Die Nähe zu Zapfstellen minimiert Leitungsverluste und Wartezeiten auf warmes Wasser. Kurze Wege zwischen Wärmepumpe und Badezimmer oder Küche sind daher durchaus vorteilhaft. Ein Stromanschluss mit ausreichender Absicherung sowie ein Kondensatablauf sind technische Voraussetzungen. Die Geräuschentwicklung sollte, wie bereits beschrieben, bei der Standortwahl ebenfalls berücksichtigt werden: Aufstellorte direkt unter oder neben Schlafräumen sind entsprechend eher zu vermeiden. Bei Mehrfamilienhäusern können schallgedämmte Modelle oder zusätzliche Dämmmaßnahmen erforderlich sein. Die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten muss gewährleistet sein. 

Speichergrößen und Dimensionierung einer Brauchwasser-Wärmepumpe

Die Auswahl der richtigen Speichergröße hängt vom Warmwasserbedarf des Haushalts ab. Für einen Single- oder Zwei-Personen-Haushalt genügen Speicher mit 150 bis 200 Litern Fassungsvermögen. Diese Größe deckt den täglichen Bedarf für Duschen, Händewaschen und Geschirrspülen ab. Drei- bis Vier-Personen-Haushalte sollten Modelle mit 250 bis 300 Litern wählen, um ausreichende Reserven für Stoßverbräuche zu haben. Größere Familien oder Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf durch Badewannen benötigen Speicher ab 300 Liter Volumen. 

Eine Überdimensionierung sollte generell vermieden werden, da größere Speicher höhere Wärmeverluste verursachen und mehr Energie für die Aufrechterhaltung der Temperatur benötigen. Die Aufheizzeit eines komplett entleerten Speichers beträgt je nach Modell und Speichergröße zwischen drei und sechs Stunden. Intelligente Steuerungen können die Aufheizphasen bei Nutzung dynamischer Stromtarife in günstigere Zeiten verschieben oder Photovoltaik-Überschuss nutzen. Moderne Geräte verfügen zudem über Schichtladesysteme, die bereits während der Aufheizphase Warmwasser in nutzbarer Temperatur bereitstellen. Bei der Dimensionierung sollte auch der verfügbare Platzbedarf berücksichtigt werden, da größere Speicher entsprechend mehr Aufstellfläche und Raumhöhe benötigen. 

Fördermöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit

Ob Brauchwasser-Wärmepumpen gefördert werden, hängt vom aktuellen Programm der Bundesregierung ab. Die seit 2024/25 geltende Heizungsförderung richtet sich vor allem an Heizsysteme zur Raumheizung – reine Warmwasser-Wärmepumpen sind in diesem Rahmen häufig nicht förderfähig. Verbindlich sind in diesem Zusammenhang die aktuellen KfW/BMWK-Programmbeschreibungen. 

Alternativ zur Zuschussförderung können auch zinsgünstige KfW-Kredite genutzt werden, die sich besonders bei umfassenden energetischen Sanierungen lohnen. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nach Paragraf 35c EStG erlauben die Geltendmachung von 20 Prozent der Modernisierungskosten über drei Jahre verteilt. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung sollte neben den Anschaffungs- und Installationskosten auch die jährlichen Einsparungen, Förderungen und die voraussichtliche Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren berücksichtigen. Bei der Kombination mit Photovoltaik-Anlagen verbessert sich die Wirtschaftlichkeit zusätzlich, da der selbst erzeugte Strom die Betriebskosten weiter senkt. Regionale Förderprogramme einzelner Bundesländer oder Kommunen können die Förderquote zusätzlich erhöhen. 

Kombination mit anderen Systemen

Die Integration von Brauchwasser-Wärmepumpen in bestehende oder neue Heizsysteme eröffnet zusätzliche Optimierungspotenziale. Die Kombination mit Solarthermieanlagen ist besonders effizient: Im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung je nach Kollektorfläche fast vollständig übernehmen, während die Wärmepumpe in den Übergangszeiten und im Winter aktiv wird. Beide Systeme können über einen gemeinsamen Pufferspeicher mit zwei Wärmetauschern verbunden werden. Diese Hybridlösung maximiert die Nutzung erneuerbarer Energien und minimiert die Betriebskosten. 

Photovoltaik-Anlagen harmonieren exzellent mit Brauchwasser-Wärmepumpen. Der Eigenverbrauch des Solarstroms wird optimiert, indem die Wärmepumpe bevorzugt in sonnenreichen Mittagsstunden betrieben wird. Smarthome-Systeme können die Aufheizzyklen automatisch an die Photovoltaik-Produktion anpassen. Bei bestehenden Heizungsanlagen mit Gas- oder Ölkesseln entlastet die Brauchwasser-Wärmepumpe den Hauptwärmeerzeuger und kann so die Lebensdauer erhöhen. Die Heizung muss im Sommer nicht mehr für die Warmwasserbereitung betrieben werden, was Brennstoff spart. 

Wartung und Lebensdauer einer Brauchwasser-Wärmepumpe

Brauchwasser-Wärmepumpen zeichnen sich durch einen verhältnismäßig geringen Wartungsaufwand aus. Eine jährliche Inspektion durch einen Fachbetrieb genügt, um die Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Dabei werden Kältemittelfüllstand, Verdichter, Ventilator und elektronische Komponenten kontrolliert. Die Reinigung der Luftfilter sollte zwei- bis dreimal jährlich erfolgen und kann vom Betreiber selbst durchgeführt werden. Verschmutzte Filter reduzieren den Luftdurchsatz und verschlechtern die Effizienz. Das Kondenswasser muss über einen fachgerecht installierten Ablauf entsorgt werden, dessen Funktion regelmäßig geprüft werden sollte. 

Die Lebensdauer von Brauchwasser-Wärmepumpen liegt zwischen 15 und 20 Jahren bei sachgemäßer Wartung. Der Verdichter als zentrales Bauteil hält typischerweise 15 Jahre, kann aber bei Bedarf ausgetauscht werden. Elektronische Komponenten und Steuerungen haben eine ähnliche Lebensdauer wie bei anderen elektrischen Haushaltsgeräten. Der Warmwasserspeicher sollte alle zwei bis drei Jahre auf Verkalkung und Korrosion überprüft werden. Bei sehr hartem Wasser kann es nötig sein, dass die Wartungsintervalle verkürzt werden müssen. Moderne Geräte mit Internetanbindung ermöglichen Ferndiagnosen und melden Betriebsstörungen automatisch. Die Herstellergarantien betragen üblicherweise zwei bis fünf Jahre, können aber zum Teil durch erweiterte Garantiepakete verlängert werden. 

Fazit und Einsatzempfehlung

Brauchwasser-Wärmepumpen stellen eine effiziente und umweltfreundliche Lösung für die dezentrale Warmwasserbereitung dar. Ihre Stärken liegen in der Energiekosteneinsparung von bis zu 70 Prozent gegenüber fossilen Systemen, der Unabhängigkeit vom Hauptheizsystem und den geringen Wartungskosten. Die Spezialisierung auf Warmwasserbereitung macht sie zur idealen Ergänzung bestehender Heizsysteme oder zur Hauptlösung in Gebäuden ohne zentrale Warmwasserversorgung. Die Kombination mit Photovoltaik-Anlagen oder Solarthermie maximiert die ökologischen und ökonomischen Vorteile. 

Die Grenzen der Technologie liegen in der fehlenden Heizungsunterstützung, der Abhängigkeit von ausreichend warmer Umgebungsluft und dem notwendigen Platzbedarf. Für sehr kleine Wohnungen, ungeheizte Kellerräume oder Gebäude ohne geeignete Aufstellorte sind alternative Lösungen zu bevorzugen. Die Investition amortisiert sich typischerweise innerhalb von fünf bis acht Jahren. Für Einfamilienhäuser mit geeigneten Räumlichkeiten, Bestandsgebäude mit Öl- oder Gasheizungen und Neubauten mit Photovoltaik-Anlagen ist die Brauchwasser-Wärmepumpe eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Wahl. Die sorgfältige Planung von Aufstellort, Speichergröße und Integration in bestehende Systeme entscheidet über den langfristigen Erfolg der Installation. 

Eine Wärmepumpe arbeitet nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip: Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf und verdampft dabei. Der Kompressor verdichtet diesen Dampf, wodurch Druck und Temperatur steigen. Im Kondensator gibt das heiße Kältemittel die Wärme an den Heizkreis ab und verflüssigt sich wieder. Das Expansionsventil senkt anschließend den Druck – der Kreislauf beginnt von vorn. Die Effizienz ist beachtlich: Pro eingesetzter Kilowattstunde Strom entstehen typisch 3 bis 4 kWh Heizwärme (Jahresarbeitszahl 3 bis 4). Luft/Wasser-Wärmepumpen liefern auch bei Frost die nötigen Vorlauftemperaturen, wenn die Anlage korrekt dimensioniert wurde.

Es gibt unterschiedliche Wärmepumpen-Varianten, die sich vor allem bei der Quelle der gewonnenen Umweltwärme unterschieden. Diese Typen sind:

Luft/Wasser: Nutzt die Außenluft als Wärmequelle.

  • Vorteil: geringster Installationsaufwand, viele Gerätemodelle, schnell verfügbar.

  • Zu beachten: Leistung und Effizienz schwanken mit der Außentemperatur; guter Aufstellplatz (Luftführung/Schallschutz) ist wichtig. Geeignet für Sanierung und Neubau.

Sole/Wasser (Erdwärme): Bezieht Wärme konstant aus dem Erdreich – über Tiefensonden oder Flachkollektoren.

  • Vorteil: sehr stabile Quellentemperaturen, dadurch hohe Effizienz und ruhiger Betrieb.

  • Zu beachten: Bohrungen in der Tiefe oder größerer Fläche nötig. Höhere Anfangsinvestition, mehr Planung/Genehmigungen. Besonders sinnvoll, wenn Grundstück/Geologie passen oder niedrige Betriebskosten Priorität haben.

Wasser/Wasser (Grundwasser): Zapft Grundwasser als Wärmequelle an.

  • Vorteil: sehr effizient dank nahezu konstanter Temperaturen.

  • Zu beachten: Wasserqualität, Förder- und Schluckbrunnen, strenge Genehmigungspraxis; nicht jeder Standort geeignet. Lohnt sich vor allem bei zuverlässiger Wasserführung und gutem chemischen Profil.

Hybrid-Lösungen (z. B. Luft-Hybrid): Kombiniert Wärmepumpe und bestehenden Kessel.

  • Vorteil: einfacher Einstieg, Spitzenlasten und sehr kalte Tage deckt der Kessel ab; ermöglicht schrittweise Umstellung.

  • Zu beachten: zwei Systeme bedeuten mehr Technik und Abstimmung; klare Betriebsstrategie (z. B. bivalenter Punkt) definieren.

Praxis-Hinweis: Unabhängig vom Typ steigen Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit niedrigen Vorlauftemperaturen, gutem Hydraulik-Design und passender Leistungsgröße. Die Wahl der Quelle richtet sich nach Standort, Baubudget und Zielen (schnelle Umsetzung vs. maximale Jahresarbeitszahl).

Die Anschaffungskosten variieren stark je nach Wärmequelle und baulichen Gegebenheiten. Luft/Wasser-Systeme schlagen mit etwa 15.000 bis 25.000 Euro zu Buche, während Sole/Wasser-Anlagen mit Erdwärmesonden typischerweise zwischen 20.000 und 35.000 Euro kosten. Hinzu kommen gegebenenfalls Anpassungen am Heizsystem – neue Heizkörper, Pufferspeicher oder erweiterte Elektroanlagen können das Budget nach oben treiben.

Laufende Kosten optimieren: Die Stromrechnung im Betrieb hängt entscheidend von mehreren Faktoren ab:

  • Dimensionierung der Anlage und erreichte Jahresarbeitszahl

  • spezielle Stromtarife für Wärmepumpen

  • Integration einer Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch

Wirtschaftlich attraktiv wird die Wärmepumpe besonders bei niedrigen Systemtemperaturen – etwa in Kombination mit Fußbodenheizung – und hoher JAZ. Staatliche Fördermittel reduzieren die anfängliche Investitionshürde deutlich und beschleunigen die Amortisation.

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