Carvingidee zu Ostern

Osterhase aus Baumstamm schnitzen – mit Motorsäge

Vor einigen Jahren fragten wir einen Motorsägenschnitzer, wie er aus einem Holzstamm einen Adler schnitzt. Seine Antwort war: „Ich schneide einfach alles weg, was nicht nach Adler aussieht.“ Das hat auch bei diesem Hasen geklappt.

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Werkzeugliste

Wer einmal mit der Motorsäge geschnitzt hat, den lässt es meist nicht mehr los. Es ist immer wieder verblüffend, welche Formen sich aus einem frischen Holzstamm herausarbeiten lassen. Wir haben aus einem knapp einen Meter langen Abschnitt einer frisch gefällten Birke mit einem Stammdurchmesser von etwa 25 cm diesen Osterhasen geschnitzt – und das war wahrlich keine Kunst.

Entscheidend ist, dass man eine grobe Vorstellung davon hat, was am Ende herauskommen soll und dann ohne Angst startet. Außerdem sollte man mit einer einfachen Form beginnen. Der Adler mit seinen filigranen Flügeln und dem markanten Kopf kommt dann erst später an die Reihe.

Wichtig ist außerdem, auf die eigene Sicherheit zu achten. Das beginnt damit, nur mit einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) mit Schnittschutzhose zu arbeiten und zum Schnitzen eine spezielle Carving-Säge zu verwenden, bei der das Kick-Back-Risiko minimiert wird. Außerdem sollten Sie das Holz immer gut einspannen.

Ein aus Holz geschnitzter Osterhase steht als Gartendekoration auf einer Terrasse zwischen Frühlingsblumen, Laterne und Blumentöpfen vor einem Haus.
Der dekorative Osterhase wurde per Kettensägen-Carving aus einem Baumstamm gefertigt und schmückt nun liebevoll den Eingangsbereich. Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Entdecken Sie in unserer Bildergalerie, wie Sie aus einem einfachen Baumstamm einen charmanten Osterhasen schnitzen – Schritt für Schritt erklärt und leicht nachzumachen.

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Stamm wird rechtwinklig abgesägt.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Der Stammabschnitt muss für sicheren Stand unten sauber und rechtwinklig abgeschnitten werden.

Stellen Sie den Stamm auf eine ebene Fläche und prüfen Sie, dass er gerade und wackelfrei steht.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Stellen Sie den Stamm auf eine ebene Fläche und prüfen Sie, dass er gerade und wackelfrei steht.

Spannen Sie den Stamm stehend ein.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Spannen Sie den Stamm stehend ein. Sie können ihn auch von unten mit einer Holzplatte oder Palette verschrauben.

Besäumen Sie nun den Stamm längs
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Besäumen Sie nun den Stamm längs und leicht schräg auf einer Seite. Etwa 15 cm vor der Basis sollten Sie wieder aus dem Holz austreten, damit ein Sockel stehen bleibt. 

Hierfür können Sie auch eine normale Schneidgarnitur nutzen.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Hierfür können Sie auch eine normale Schneidgarnitur nutzen.

Jetzt ist die gegenüberliegende Seite des Stamms an der Reihe.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Jetzt ist die gegenüberliegende Seite des Stamms an der Reihe. Mit etwa 8 cm Abstand zur ersten Fläche am Kopf des Stamms starten, und wieder leicht schräg nach unten vorarbeiten.

Damit das Fluchten über die Distanz gut funktioniert, können Sie auch unten einschneiden.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Damit das Fluchten über die Distanz gut funktioniert, können Sie auch unten einschneiden.

Dabei beide Schnitte aufeinander zulaufen lassen.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Dabei beide Schnitte aufeinander zulaufen lassen.

Leichte Ungenauigkeiten oder Beulen können Sie danach raspelnd mit der Kette ausgleichen
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Leichte Ungenauigkeiten oder Beulen können Sie danach raspelnd mit der Kette ausgleichen, indem sie die Schiene flach über das Holz hin und her bewegen. 

Nun zeichnen Sie die Kontur des Hasen auf eine Seite.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Nun zeichnen Sie die Kontur des Hasen auf eine Seite.

Nun gilt es, entlang dieser Konturen die Form auszuschneiden.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Nun gilt es, entlang dieser Konturen die Form auszuschneiden. Da die Schiene ja nur gerade Schnitte zulässt, können Sie hier nur abschnittsweise vorgehen.

Ziehen Sie da, wo es möglich ist, Schnitte von innen bis nach ganz außen durch
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Ziehen Sie da, wo es möglich ist, Schnitte von innen bis nach ganz außen durch

Bei Stellen müssen Sie von oben und unten schneiden.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Bei Stellen, an denen die Kontur wieder ins Stamminnere führt, – etwa am Hals –, müssen Sie von oben und unten schneiden.

Auch die geschwungene Rückenpartie in mehreren Etappen ausarbeiten
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Auch die geschwungene Rückenpartie in mehreren Etappen ausarbeiten und auch von unten am Sockel tief einschneiden.

Vorsicht ist beim Zuschnitt des Gesichts angeraten. Hier am Hals einen Keil ohne Druck heraustrennen.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Vorsicht ist beim Zuschnitt des Gesichts angeraten. Hier am Hals einen Keil ohne Druck heraustrennen.

Auch den langgezogenen Bauchschwung bis zum Sockel von oben und unten ausführen
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Auch den langgezogenen Bauchschwung bis zum Sockel von oben und unten ausführen und für den Bauch nah an der Stammoberfläche bleiben.

Die durchgehende Linienführung anschließend wieder raspelnd mit der liegenden Schiene ausarbeiten.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Die durchgehende Linienführung können Sie anschließend wieder raspelnd mit der liegenden Schiene ausarbeiten.

Zuletzt auch die Ohren durch einen tiefen Keilschnitt voneinander trennen. Mit den Konturen sind Sie dann fertig.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Zuletzt auch die Ohren durch einen tiefen Keilschnitt voneinander trennen. Mit den Konturen sind Sie dann fertig.

Jetzt geht es daran, der noch sehr zweidimensionalen Figur mehr Körperlichkeit zu geben.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Jetzt geht es daran, der noch sehr zweidimensionalen Figur mehr Körperlichkeit zu geben. Dazu zunächst die Kanten von den Flächen zu den Seiten mit der Säge stark fasen.

Als grobe Orientierung gilt hier: Am Bauch stärker fasen als am Rücken, am Rücken stärker als im Gesicht.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Als grobe Orientierung gilt hier: Am Bauch stärker fasen als am Rücken, am Rücken stärker als im Gesicht.

Auch an den Ohren können Sie noch ordentlich Material reduzieren
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Auch an den Ohren können Sie noch ordentlich Material reduzieren. Tipp: Immer wieder Abstand nehmen und die Proportionen begutachten.

Mit zunehmender Figürlichkeit reduziert sich der Materialabtrag. Den Grad der Detailgenauigkeit bestimmen Sie.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Mit zunehmender Figürlichkeit reduziert sich der Materialabtrag. Den Grad der Detailgenauigkeit bestimmen Sie.

Sind die Ohren wie hier noch zu voluminös, können Sie sie nach oben noch deutlich verjüngen.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Sind die Ohren wie hier noch zu voluminös, können Sie sie nach oben noch deutlich verjüngen.

Zuletzt nur noch das Schnittbild vereinheitlichen und raspelnd glätten.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Zuletzt nur noch das Schnittbild vereinheitlichen und raspelnd glätten.

Hier kann schon Schluss sein! Wer es feiner will, der greift zum Fächerschleifer.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Hier kann schon Schluss sein! Wer es feiner will, der greift zum Fächerschleifer.

Mit der Schienenspitze der Säge lassen sich die Ohren noch etwas feiner voneinander trennen.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Mit der Schienenspitze der Säge lassen sich die Ohren noch etwas feiner voneinander trennen.

Dann bearbeiten Sie die Flächen mit dem Winkelschleifer.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Dann bearbeiten Sie die Flächen mit dem Winkelschleifer. Eine Fächerscheibe mit 60er oder 80er Körnung ist dafür optimal.

Die Scheibe kann bei dem frischen Holz auch mit Druck verwendet werden
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Die Scheibe kann bei dem frischen Holz auch mit Druck verwendet werden – die Holzfeuchte lässt keine Verbrennungen zu.

Zuletzt mit einem 10er Bohrer auf beiden Seiten ein Auge bohren. Dann sind Sie fertig.
Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Zuletzt mit einem 10er Bohrer auf beiden Seiten ein Auge bohren. Dann sind Sie fertig.

Eine Kettensäge mit der Aufschrift „STIHL Carving“ wird verwendet, um aus einem Holzstamm die Form eines Osterhasen zu schnitzen. - Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Schon gewusst?

Beim Schnitzen mit der Motorsäge wird viel mit der Schienenspitze gearbeitet. Darum ist eine Carvingausstattung mit besonders spitzer Schienengeometrie sehr wichtig – zumal hiermit das gefährliche Zurückschlagen der Säge, der sogenannte Kickback-Effekt – maximal reduziert wird. Die handliche und leichte Akkusäge Stihl MSA 200C-B Carving ist hierfür optimal.

Die passende Carving-Schiene und weiteres Zubehör können Sie bequem im Online-Shop von Stihl erwerben.

Carving bezeichnet das Schnitzen oder Formen von Figuren und Motiven aus Holz, meist mit speziellen Schnitzwerkzeugen oder einer Kettensäge. Dabei entstehen dekorative Objekte wie Tiere, Figuren oder Gartenornamente.

Für Carving eignen sich weiche bis mittelhartes Holz wie Linde, Pappel oder Kiefer besonders gut. Diese Holzarten lassen sich leichter bearbeiten und splittern weniger beim Schnitzen.

Zum Carving werden je nach Projekt Schnitzmesser, Stechbeitel oder Motorsägen mit speziellen Carving-Schwertern verwendet. Für feinere Details sind kleine Schnitzmesser besonders geeignet.

Ja, Carving ist auch für Anfänger geeignet. Mit einfachen Projekten, etwas Übung und dem richtigen Werkzeug lassen sich bereits erste Figuren oder Dekorationen aus Holz schnitzen.

Holzfiguren für den Garten sollten mit Holzschutzöl, Lasur oder wetterfestem Lack behandelt werden. So bleiben sie länger vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Rissen geschützt.

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